Teil eines Werkes 
Theil 1 (1777)
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Art, Gattung. Geschlecht. Classe. 15

eine Sache einnimmt, man sagt: Den Stock in denWinkel seyen, und auch: Den Stock in den Winkelstellen. Allein es ist doch wirklich auch bei dieser Re.densart, indem Worte stellen/ der Vegrif einer Ord-nung enthalten. Den Stock in den Winkel seyen, zei-get nur an, daß er da stehen soll. Hergegen, ihn inden Winkel stellen, zeiget zugleich an, daß dieses dieeigentliche Stelle sey, welche ihm zukommt. Es würdeeine Unordnung in dem Ve> halrniß mit andern Dingenseyn, die sich in der Stube befinden, wenn er nicht die.se Stelle hätte, sondern auf der Erde läge.

Eben so sagt man: Die Glaser auf den Tisch, oderauf die Schenke seyen, und zeiget nur den Ort an, wosie stehen sollen, ohne aus eine Ordnung zu schen. Her-gegen, die Glaser aufden Tisch, oder auf die Schenkestellen, zeiget eine gewisse Ordnung an, welche dabeibeobachtet wird, daß jegliches feine gehörige Stelle habe.

Man kann also bisweilen von stehenden Dingen, inverschiedenem Sinn, seyen oder stellen gebrauchen;Aber von liegenden, kann man niemals sagen: Siewerden gesteller; Sondern wenn man in ihrer jage ei-ne gewisse Ordnung beobachtet, heißt es: Sie an ihregehörige Stelle legen, sie in Ordnung legen.

8. Art. Gattung. Geschlecht. Classe.

enn man von der Natur und Beschaffenheit einesDinges redet, so braucht man das Wort Art. Vonder Gestalt und Eigenschaften desselben, das Wort Gat-tung. Von dem Unterschied zwischen Mann und Weib,oder von dem Herkommen und Ursprung, das Wort Ge-schlecht. Und von der Ordnung solcher Dinge, welchedie Künste und Wi ssenschaften betreffen, das Wort Classe.

Man sagt, z. E. Ein Knabe von guter Art. Einegute Art Aepfel oder Birnen. Ein gut gearteter, einübelgearteter Mensch» Thonarrige, Glasartige,

Ralk-