Ecke. Winkel.
stumpfer NAnkcl, so sehe ich zugleich auf den Raum,welchen er in sich fasset.
Inder gemeinen Sprechart, wird man zwar bis-weilen, einige Redensarten hören, in welchen das WortEcke, anstatt tVinkel, und also von dem inneren Rau-me gebraucht wird. Z. B. Sich in einer Ecke ver-stecken: Der Stock stehet in der Ecke: Die Zager ha-ben das Wildpret, dort in die Ecke des Waldes getrie-den. u. d. m. Allein in solchem Verstände wird mansich doch in guten und zierlichen Reden, und wenn Mansich mit genauer Richtigkeit ausdrücken will, allezeit bes-.ser des Wortes N?inkel bedienen.
Die Etymologie selbst, scheinet dieses zu fodern,denn das alte Wort Eck, bedeutet eigentlich eine Spitzeoder Schneide, womit auch das Griechische«»^ und dasEnglische T<^e übereinkommt; Weil nun nicht das In-nere, sondern das Aeußere einer Sache sticht oder schnei-det, und eigentlich die Spitze oder Schneide genanntwerden kann, so scheinet sich das Wort Ecke, allezeitmehr auf das Aeußere zu beziehen. Auch die zusammen-gesetzten Wörter, Eckhaus, Eckstein, Ecksaule unddergleichen, scheinen dieses zu beweisen, indem sie alleden Begrif des Aeußeren, oder des äußersten Theils ei-ner Sache geben. Ein Eckhans ist das äußerste derStraße, ein Eckstein der äußerste Stein an den Sei-ten eines Hauses, u. s. w.
Und in der Mathematik wird man nicht sagen: EineEcke von neunzig Grad, oder eine stumpfe Ecke, welchemehr als neunzig Grad enthält, sondern wenn man vondem inneren Raume redet, brauchet man das WorttVinkol. Dieser lVinkel hält neunzig, oder mehrals neunzig Grad.
Im gemeinen !eben kann man sich wol der gewöhn-lichen Redensarten bedienen; Aber wenn man genauund mit völliger Richtigkeit reden will, oder im Schrei-ben,