Ecke. Winkel.
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ein Spielwerk nicht, und bittet die Mutter, daß siees demselben wegnehmen und ihm geben soll. DieMutter strafet es deswegen, und sagt: Du must nichtso inisgttnjriI seyn. Hingegen, ein Kind nimmt demandern eine Blume weg, und reißet sie entzwei; Es ver-langet selbst, die Vlume nicht, aber es gönnet dem an-deren das Vergnügen nicht sie zu haben. Die Muttersagt, indem sie es strafet: du must nicht so abgünsiigseyn.
Der i-1n'sgüttstlIe, gönnet dem Andern ein Glücknicht, weil er es selbst gerne haben möchte, der Akgün?j'rige, sucht es ihm zu entziehen, oberesgleich sclbstnichterlangen kann. Er verdirbt oft eine Sache, bloß dar-um, weil er nicht will, daß ein Anderer sie gemessen soll.
Ein Mensch, welcher am Hofe lebet, gönnet einemAnderen die Gnade des Fürsten nicht, weil er sie selbst zubesitzen wünschet; Er ist also nusgünstig. Eine adeli-che Wittwe, muß das iandgut ihres Mannes, welcherohne Kinder verstorben ist, an seine Vettern abtreten, siegönnet es ihnen nicht, und ob sie gleich selbst keinen Nu-tzen davon haben kann, so läßt sie doch die jungen Bau-me ausreisten, und allerlei Dinge verderben, bloß dar-um, damit ein Anderer sie nicht gemessen möge. DiesePerson ist abgünstig.
zo. Ecke. Winkel.
ie Ecke ist das Aeussere, dertVinkel, das Inne-re einer Figur, welche zwo auf einander stossendejinien beschreiben. Ecke beziehet sich auf die beidenauswendigen Seiten, die in eine Spitzezusammenlaufen.lVmkel auf den inwendigen Raum.
Man sagt, die Ecke von einem Hause, der 5Vin-kel in einer Stube. Indem ich sage: Ein dreieckigeroder viereckiger Tisch, so beschreibe ich nur die äusserlicheFigur. Hingegen, wenn ich sage: Ein spitzer, oder
stumpfer