Teil eines Werkes 
Theil 1 (1777)
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Drehen. Wenden.

Appiuö Claudius Caudex unv M. Fulvius Flaccus Consulwaren, und währete oder dauerte ohngefähr eine Zeit vonvier und zwanzig Jahr, bis unter dem Consulat, des C.Luretius CatutuluS, und A. Posthumius.

lVahrung wird, wie oben bemerket ist, nur bloßvon der Lange der Zeit; Dauer zugleich in Absicht auf dieBeschaffenheit, und das Vermögen einer Sache gehraucht.Wenn man sagt: Unser Leben, wahrer nur eine kurzeZeit, so siehet man bloß darauf, daß wir nur eine kurzeZeit da sind oder bestehen. Wenn man sagt: unser Lebenist von kurzer Dauer, so gibt solches zugleich den Begriff,daß wir nicht das Vermögen haben, lange zu bestehen.Dieser Apfel ist von guter Dauer, das ist, er hatdasVer-mögen, oder ist so beschaffen, daß er sich lange erhaltenkann.

45. Drehen. Wenden.

Horchen, führet den Begriff einer zirkelförnugen Ve.

' wegung mit sich. lVenden, drücket bloß eine Um-kehrung aus.

Der Drechsler , drehet auf der Drechselbank. DerGlasmacher, drehet das Glas oft herum, damit rundwerde. Der Schneider wendet ein Kleid um.

Die Sternkundiger halten dafür, daß sich die Sonne,um ihreAchfe drehe. Wenn sie ihren Lauf vollendet hat,wendet sie sich wieder zu uns. Die Rader drehen sichherum, der Fuhrmann wendet den Wagen nach einerandern Seite.

Wenn man sagt: Er drehetesich herum, so zeigetsolches eine geschwinde Bewegung an, die nur auf einemFusse, wie in einem Zirkel geschiehet. Er wandte sichherum, drücket nur eine blosse Umkehrung aus. In ei-nigen Redensarten, wird zwar das Wort drehen, fürwenden, oder in eine andere Richtung bringen gebraucht.Z. B. Jemanden den Rücken drehen: Der Wind hat

sich