Teil eines Werkes 
Theil 1 (1777)
Seite
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Zeit. Währung. Dauer.

und das Vermögen, welches sie hat, lange oder kurz zuwahren.

Man sagt: Der Krieg hat lange gewährer. DerSchmerz wahrere nicht lange. Das leben des Menschen,wahret eine kurze Zeit. Hingegen: Eisen und Marmordauren lange. Ein hölzernes Gebäude kann nicht langedauren. Man kann auch wol sagen: Wenn der Schmerzzu heftig ist, so kaun er nicht lange dauren. Allein dabeisiehet man zugleich auf seine Beschaffenheit. Die Freudedaurerc nicht lange, weil sie ihrer Natur und Beschaf-fenheit nach, nicht dauerhast war.

4l. Zeit. Währung. Dauer.

t^>er Unterschied dieser Wörter, laßt sich nach den von-gen bestimmen.

Durch die Zeit, verstehen wir die Ordnung der Din.ge, in welcher sie beständig auf einander folgen. Vor derSchöpfung war keine Zeit: Sobald aber die Dinge vondem Schöpfer hervor gebracht wnrden, folgete eins demandern, und diese beständige Folge, wird durch das WortZeit ausgedruckt.

Alle Dinge kommen unaufhörlich von einem Zustandein den andern, sie wachsen oder nehmen ab. So langesie sich nun, in diesem Zustande, des Wachsthums oderAbnehmens befinden, so lange wahren sie. IhretVah?rung ist diejenige Länge der Zeit, in welcher sie wirklichda sind, oder bestehen.

Da eine Sache vor der andern, gewisse Eigenschaftenhat, wodurch sie in den Stand gesetzet wird, langer zu wäh-ren, so nennen wir Dauer, nicht nur diejange der Zeit, inwelcher sie da ist, sondern auch das Vermögen, welchessie hat, lange oder kurz da zu seyn oder zu bestehen.

Das Wort Zeit, braucht man sowol von dem Anfang,als von dcr N?ahrung und Dauer einer Sache. Dererste PunifcheKrieg nahm seinen Ansang, zu der Zeit, daSloschl.TH. F Appius