Teil eines Werkes 
Theil 1 (1777)
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Wahret,. Dauren.

mehreren Zahl Flecke. So würde man von zweien Per.sonen sagen müssen: Diese beiden Flecke sind es, wo siegestanden, und sich mit einander unterredet haben.

Alles was man hierwidcr einwenden könnte, würdevornehmlich aufdem Gebrauch des Wortes Fleck beruhen,in so weit das lateinische macula ausdrücket, da einige,wenn sie etwas beschmutztes, auf einem Tuche oder Kleideanzeigen wollen, sagen: jAn Flecken, und in der meh.reren Zahl, die Flecken, andere Ein Fleck, und in dermehreren Zahl, die Flecke. Ich muß gestehen, daß daserste am gewöhnlichsten ist, und auch so in unserer Ueber-seßung der Bibel gesunden wird. Hohe Lied Sal. 4,7. Dubist allerdings schön, meine Freundin, und ist kein Fle-cken an dir. Unterdessen wird doch auch oft, in eben demSinn, das Wort Fleck gebraucht, wie unter andern inverschiedenen Wörterbüchern geschiehet, und ich finde, daßFrisch selbst, bisweilen ein Flecken, bisweilen, Ein Fleck,saget. Ein Fleck im Auge. SieheFrischWörterb. iTh.27z Seite. Sollte man also, nicht denjenigen Gebrauch,für den besten erklären müssen, welcher sowol die Sachendeutlicher unterscheidet, als auch in der Zusammensetzungmehreren Grund hat. Da man sagt: Fleckfieber, Fleck,kugel, nicht Fleckenfiebcr, Lleckenkugel, (wie dochsonst bei denen Wörtern geschiehet, welche auf en ausge«hen, die in der Zusammensetzung ihre Endsylbe behalten,als Schlittenfahrt, Bratenwender, Rückenkrarzer,nicht Gchlirrfahrc, Drarvvender, Rückkrayer,) sodünkt mich, die Analogie der Zusammensetzung, sey eindeutlicher Beweis, daß man besser sage, Ein Fleck, alsein Flecken, wenn man das lateinische Wort msculsausdrücken will.

4?. Wahren. Dauren.

M>äl)ren siehet nur bloß auf die Lange der Zeit. Dau-ren zugleich auf die Beschaffenheit einer Sache,

und