Teil eines Werkes 
Theil 1 (1777)
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Gebrauch. Brauch. Gewohnheit. :c. 87

der an diese Schwierigkeiten gar nicht denket, und sichaufjede Unternehmung ohne Anstand einläßt,,, schei-net mir nicht richtig, und dem Gebrauch entgegen zuseyn. Ich will nur ein Paar Exempel aus der Bibelanführen. 2B.d.Maccab. ii, v. 9. stehet. Sie lobctenalle, den barmherzigen Gott, und wurden keck, daßsie ihre Feinde schlagen wollten, wenn sie gleich die wil-desten Thiere waren, und hatten eiserne Mauren vorsich. Hier will das Wort keck keinesweges sagen, daßMaccabaus und die mit ihm waren, gar nicht an disSchwierigkeiten gedacht, und sich ohne Anstand, in dieUnternehmung eingelassen hatten. Nein sie kanntenvielmehr die Schwierigkeiten, und überlegten sie, dar-um baren sie mir Seufzen und Thränen denHerrn, daß er einen guten Engel senden wolle,der Israel Hülfe, v. 6. Und da sie Gott gelobet hatten,wurden sie keck, das ist, sie empfanden gleichsam einneues ieben, eine lebhaste Dreistigkeit und KühnheitdenFeind anzugreifen, wobei sie sich auf die Hülfe Gottesverließen, und auf die Starke baueten, welche sie vonGott zu erlangen Hoffeten.

B. d. Weish. 12, v- 17. Du hast dich erzeuget andenen, die sich keck wüsten. Das kann nicht heißen,an denen welche an die Schwierigkeiten gar nichtdachten, und sich ohne Anstand in die Unter-nehmung einließen, sondern es heißt vielmehr, andenen die sich mit einer besonders lebhaften Dreistigkeitund Kühnheit auf ihre Kräfte verließen?

47- Gebrauch. Brauch. Gewohnheit,Herkommen. Ceremonie.

AI>as der gröste Theil der Menschen thut, oder wasvon dem größten Theil, in einem gewissen Standebeobachtet wird, ist ein Gebrauch. Was von vielenJahren her geschehen ist, oder was jemand schon seit lan«

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