9« Gebrauch. Brauch. Gewohnheit.
Nischen ceremonia angenommen, und es ist vermuthlichzuerst mit dem Christenthume, in Absicht auf gewisseGottcödienstliche Gebrauche, von den geistlichen einge-führet morden, welche die lateinische Sprache gebrauch-ten.
Die Franzosen setzen in ihrer Aussprache, den Tonauf die letzte Syllbe, und einige Deutsche folgen ihnen dar-innen nach, weil sie dafür halten, daß wir dieses Wortzunächst von den Franzosen bekommen haben: Allein esist doch gewöhnlicher, und dem ursprünglichen Herkom-mcn dieses Wortes gemäßer, den Ton, wie die iateineraufdie Syllbe zu legen. So wird es hier, von denmehresten ausgesprochen; Und da in den zusammengesetz-ten Wörtern, ein Ceremonien-Geister, Ceremo-nien Gesei; der Juden, gewiß niemand, den Ton aufdie Syllbe ni, legen wird, so scheinet das einfache Cere-monie, es ebenfalls zu fodern, daß man es mit demTon auf mo, wie das lateinische ausfpreche, aus welcherSprache es auch eigentlich, in die unsrige gekommen
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In vielen Stücken, kommt es mit dem Worte Ge-brauch überein, und man kann dieses oft dafür setzen.Man kann z. B. sagen: die Ceremonien einer Kirche,und die Gebrauche einer Kirche. Die Ceremonienbei der Taufe, bei der Krönung, bei der Vermählung,und die Gebrauche bei der Taufe, bei der Krönung,bei der Vermahlung, und dergl.
Darinn aber sind diese Wörter unterschieden, daßman einen Gebrauch, überhaupt alles dasjenige nen.net, was von dem grösten Theile der Menschen, in ei-nem gewissen Stande, oder bei gewissen Gelegenheitenbeobachtet wird: Ceremonie hingegen den Begriff einergewissen Feierlichkeit giebt, oder ein solcher Gebrauchist, welcher bei besonders feierlichen Gelegenheiten beob-achtet wird.
So