Teil eines Werkes 
Theil 1 (1777)
Seite
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92 Gebrauch. Brauch. Gewohnheit, zc.

sondern nehme es hier nur in derjenigen, worin es mitGewohnheit und Herkommen gleichbedeutend ist.In dieser Bedeutung, sagt meine Erklärung, nur mitandern Worten, eben das was Hr-Adelung sagt, undick finde kein einziges von seinen gegebenen Beispielen,wo sie nicht Statt finden könnte. Er sagt, das WortGebrauch, bedeute die mehrmalige Wiederholungeiner willkührlichen Sache. Allein was der grösteTheil der Menschen thut, wird auch mehrmals wieder-holet. Eine gewisse Art der Kleidung, ist im Gehranchwenn die mehresten Menschen sich so kleiden, u. s. w.

Ich sehe auch nicht, worin diese Erklärung ZU weitseyn sollte, müßte denn seyn, daß sie nicht durch dasWort willkührlich eingeschränket habe; Allein ich glau-be nicht, daß dieses so nöthig sey, indem ein jeder gleichselber siehet, daß alle diese Wörter, Gebrauch, Ge,wohnheit, Herkommen, sich bloß auf willkührlicheHandlungen beziehen. Mir kommt es nur darauf an,den Unterschied zu zeigen, welcher sich zwischen ihnen be-findet, und ich glaube diesen wird man nach einer gege,denen Erklärung in allen Fällen bestimmen können.

Hr. Adelung scheinet vielmehr die Bedeutung die-ses Wortes zu weit auszudehnen, da er sie auch auf das-jenige erstrecket, was von einem mehrmals wiederholetwird. Ich zweifle, daß wenn nur einer, eine Sachemehrmals wiederholet, man sie einen Gebrauch nenne,sondern man bedienet sich alsdann besser und auch ge-wöhnlicher, des Wortes Gewohnheit. Für Crispinharre den Gebrauch alle Jahr einmal zur Ader zulassen, wird man gewiß gewöhnlicher sagen: Er hat dieGewohnheit, oder er ist gewöhnt, eben wie man sagt:Er hat die Gewohnheit sich immer im Spiegel zu be-sehen, oder, er hat die Gewohnheit, alle Tage eineStunde spaHieren zu gehen, nicht, er hat den Ge-brauch.

48. Vekla-