Beklagen. Bedauern. Bejammern. 9z
48. Beklagen. Bedauern. Bejammern.
eklagen, zeiget bloß die Aeußerung, derBetrübnißund des Mitleiden-? an, welche man mit Wortenzu erkennen gibt: Bedauern, drucket eigentlich mchrdie innere Empfindung aus, und hat eine Beziehung aufden Verlust eines Guten, welches man für unersetzlichhalt, auf ein Unglück, dem nicht kann abgeholfen wer-den, oder auf den Verlust einer Sache, welche unsdurch keine andere, genugsam kann vergütet werden:Bejammern giebt eine heftige Aeußerung des Schmer-zens zu erkennen, welchen man bei einem großen Elen-de empfindet-
Man beklaget sich selbst oder andere, in Krankhei-ten oder in einem Unglück. Man sagt: JemandesZustand beklagen, sein Unglück beklagen, dasElend der Menschen beklagen, und dergleichen,und diefes Wort, kann von einer jeglichen Anzeige derBetrübniß und des Mitleidens, welche man mit Wor-ten an den Tag leget, auch in Kleinigkeiten, gebrauchewerden. Eine Mutter, beklaget ihr Kind, welchessich in den Finger geschnitten hat. Ein Frauenzimmerbeklaget, daß ihr Kleid einen Fleck bekommen u. f. w.
Man bedauert, dasjenige was nicht wieder erse-tzet, oder genugsam vergütiget werden kann. Die Mut.ter bedauert ihre Tochter, deren Gesicht durch diePocken verdorben ist: Sie bedauert den Verlust ihres«inzigen Sohnes. Man sagt: Er bedauert die Abwe-senheit seines Freundes, weil er sie als etwas ansiehet,was ihm kein anderer erseßen kann. Er bedauert denVerlust der Zeit, welche er daraus verwandt hat. Ichbedauere den Arbeiter, welcher sich das Bein gebro-chen. Ich bedauere es nun, daß ich deinem Rathenicht gefolqet bin, und dergl.
Hr. Jacobi schreibt in einer Antwort an Hrn.Gleun:
Ja
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