Teil eines Werkes 
Theil 1 (1777)
Seite
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94 Religion. Gottesdienst.

Ja Freund, in deinem Sans Souci,Wo bei der Musen Harmonie, u. s. w»

Da ruft den ungetaufchten Blick

Von der Palläsie stolzen Mauern

Die Weisheit freundschaftlich zurück,

Und lehrt dich, Könige bedauern.

Sie scherzen nicht mit uns im Hain,

Sie ladet nicht der Rasen ein,

Ka»m sehen sie das Veilchen blühen, u. s. w.Die Könige werden bedauert, daß sie nicht so wie erdie Annehmlichkeiten der FrühliugSluft genießen, derenBeraubung ihnen, seinem Urtheile nach, durch alle Ver-gnügungen der Pallaste und des Hofes, nicht kann er,setzet oder genugsam vergütiget werben.

Man bejammert ein großes Elend z. B. die Ver-wüstungen welche der Krieg verursachet, das Elend wor-inn man durch den Verlust alles des Seinigen gestürzctist, unddergl. Es zeiget eine heftigere und zugleich weh-müthigere Aeußerung der Betrübniß an.

Frisch »agt von diesem Worte: Es scheinet eineonomatojzoei'g zu seyn. Nero hat im Gloß: nuramern, es kommt überein mit rveinmern, für wehnur, Also amern gleichsam: Ach mir.

49. Religion. Gottesdienst.

enn wir das Wort Religion, in feiner weitläuftig-sten Bedeutung nehmen, so verstehen wir da-durch alle Pflichten, welche der Mensch, vermöge sei-ner Unterwürfigkeit unter Gott , zu beobachten schuldigist. Der Gottesdienst hingegen, begreift eigentlichnur diejenigen Pflichten, welche den Dienst und dieVerehrung des Schöpfers betreffen.

Es bedeutet aber das Wort Religion, auch biswei-len eine gewisse Art und Weife, nach welcher man fein

Verhal-