Teil eines Werkes 
Theil 1 (1777)
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II4 Umfallen. Verrecken.

hergenommen, und eine Anspielung, auf das Abgehen derSch auspieler, welche ihre Rolle ausgespielet haben. Siewird gewöhnlich nurvon einem natürlichen Tode gebraucht,und scheinet zu verstehen zu geben, daß der Mensch gleich,sam seine Rolle auf der Welt ausgespielet, oder dasjenigegethan habe, warum er auf der Welt gewesen, und nunvon dem Schauplätze abgehe.

Bisweilen braucht man auch dafür nur schlechthin dasWort abgehen, wieCaniy sagt:

Geht wo ein Schul-Rcgent in einem Flecken ab,Mein Gott ! wie rasen nicht, die Dichter, um semGrab.

Es ist aber dabei dieser Unterschied, daß man das Wortabgehen, mehrentheilS mit einer gewissen Geringfti)ätzungbraucht, und es auch wohl von dem Viehe zu sagen pfle«get, z.C. Er hat das Unglück gehabt, daß ihm in diesemWinter viel Schafe abgegangen sind: Die Bauern kla,gen in diesem Dorfe, daß ihnen bei dem Viehsterhen, soviel Stück Rindvieh abgegangen sind, und dergl.

Die Redensart Mit Tode abgehen, wird in einemguten Sinn genommen, und ist anstandiger. Man sagtz. B. Sobald der König mir Tode abgegangen rvar;An dem Tage, da er mir Tode abging: Seine beideEltern, sind sehr frühzeitig nntTo.de abgegangen, unddergleichen,

- 55. Umfallen. Verrecken.

cide diese Wörter, werden nur von dem Sterben deßViehes gebraucht, und zwar das erste, gewöhnlichnur von dem grossen Vieh. Man sagt: Das Pferd istlMlgefallen. In diesem Dorfe, sind zwanzig StückRindvieh ningcf.i llen. Hingegen wird man nicht sagen:Es ist ihm der beste Jagdhund umgefallen, oder: SeineKatze ist umgefallen, sondern man braucht alsdann das