Schmecken. Kosten. 107
der Kaiser todt sey. tLs geht die Rede, daß in einembenachbarten Reiche, eine große Veränderung in der Re-gierung vorgefallen sey. LLs geht die Rede, daß einbesonderer Reichstag soll gehalten werden, und dergl.
As geher das Geschrei, bedeutet noch eine» stär-keren Ruf von einer geschehenen Sache, und wird nur ineinem böse» Sinn genommen. Es geht das Geschrei,in der ganzen Stadt, dieser junge Mensch, habe seinen Va-ter ermordet.
Obgleich die Redensarten: 4Ls geht die Rede, oderdas Geschrei, bisweilen in der vergangenen Ait gesetzt,und von längst geschehenen Dingen gebraucht werden;Z.E. Unter den Jüngern Christi, ist eine geraume Zeit,die Rede gegangen, daß Johannes nicht sterben würde;So ist doch allemal eine Absicht aus das gegenwärtige da-bei: Die Rede ist gegangen, zu der Zeit, da Johannesnoch unter den Jüngern gegenwärtig war.
59. Schmc^en. Rosten.
ach dem allgemeinen Begriff, worin diese Wörter miteinander überein kommen, drücken sie die Empfin-dung aus, welche bei dem Essen und Trinken, durch denSinn des Geschmacks verursachet wird. Nach dem be-sonderen Begriff, wodurch sich das eine von dem andernunterscheidet, zeiget Schmecken, überhaupt diejenigeEmpfindung an, welche das Esten oder Trinken einerSache bei uns erwecket. Kosten hingegen, heißt, nuretwas weniges von einer Sache tn den Mund nehmen,oder gemessen, um zu versuchen, wie sie schmecket.
Man sagt; Das Gerüchte hat mir gut geschmecket.Der Wein schmecket gut. Ich schmecke, daß es süß,oder daß es sauer, oder daß es bitter ist. Es schinecketnacb Bollen, nach Rosenwasser, nach Pfeffer, und dergl.
Ich habe den Wein gekostet, heißt, ich habe nur et-was weniges getrunken, zu erfahren, wie er schmecket, ober gut sey.
Der