Teil eines Werkes 
Theil 1 (1777)
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Gemächlich. Langsam. 109

auf die Bewegung. Gemächlich auf die Mühe undBeschwerlichkeit. Langsam auf die Geschwindigkeit undist der Gegensatz davon.

Man streichelt einem sanfte die Backen. Ein wei-ches Fell fühlet sich sanfte an. Eine sinfte Luft, nennetman eine solche, welche nicht rauh, sondern dem Gefühlangenehm ist.

Man sagt jemanden etwas sachte oder leise ins Ohr,wenn es kein anderer hören foll. Man spricht sachteoder leise, wenn man keine starke Stimme, und eineschwache Brust hat. Man gehet sachte oder leise, wennman nur auf die Zehen tritt, um kein Geräusch zumachen.

Man arbeitet gemach, wenn man sich nicht übereilet,noch sich heftig dabei beweget.

Man arbeitet gemächlich oder mit Gemächlich-keit, wenn man nicht mehr thut, als man ohne alle Be-schwerlichkeit und Mühe thun kann, und die Arbeit liegenlaßt, sobald sie uns sauer wird, oder man keine Lust mehrdazu hat. Ein gemächlicher Mensch, ist ein Menfch,welcher sich keine Mühe machen will, und alles, was ihmeine Befchwerlichkeit verursachet, sorgfaltig meidet.

Man arbeitet langsam mit der Hand, wenn man beijeglicher Bewegung derselben gleichsam ruhet. Man ar-beitet langsam mit dem Kopfe, wenn man eine Sachenickt leicht einsehen kann, fondern erst lange darüber nach-denken muß. Mail redet langsam, wenn man die Wör-ter eins nach dem andern deutlich auöspricht. Zu lang-sam, wenn man sie ziehet, oder gar zu lange zwischenjeglichem anhält. Man gehet langsam, wenn man keine-geschwinde Schritte Macht, sondern sich gleichsam bei je-glicher Bewegung des Fusses etwas aufhalt. Es ist alsounrecht gesprochen, wenn man zu jemanden, der gar zugeschwinde redet, oder liefet, sagt: Rede sachte. Liessachre. Oder zu jemanden, der gar zu geschwinde gehet:

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