Teil eines Werkes 
Theil 1 (1777)
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Erlesen. Kiesel,. Kühren. m

hat aus jeder Rotte, zehen Mann ausgelescn, weil nurgewisse, gleich in die Augen fallende Eigenschaften, ihnbewogen haben, diese zu nehmen.

Wenn man aussuchet oder auslieset, so siehet manauf gewisse vorzügliche Eigenschaften, welche man an ei-ner Sache vor der andern wahrnimmt: Sind abxr der-gleichen vorzügliche Eigenschaften nicht da, so braucht mandas Wort wählen. Unter zwei oder drei neu gcschlage.nen Schaustücken, von demsilben Gepräge, kann mannicht aussuchen oder auslosen, denn sie find einandergleich, aber kann uns überlassen werden, eins davonzu wählen.

Aussuchen und auslosen, geschiehet unter Dim?envon einerlei Gattung; Aber wählen kann auch bei ganzverschiedenen Dingen geschehen. Z. E. Ein Vater hin.terlaßt zween Söhnen, ein Haus von zehntausend Thaleran Werth, und eben so viel an baarem Gelde, wobei erim Testamente verordnet: Es solle bei dem ältesten stehen,zu wählen, ob er das Haus oder das Geld haben wolle.Hier kann man nicht sagen, der älteste soll aussuchen,oder auslosen, sondern man muß nothwendig das WortXVählen brauchen.

N)ählen wird auch bei gewissen Würden und Aem.tern gebraucht. Die Churfürsten wählen den Kaiser.Das Stift wählet den Probst. Die Gemeine wahlecden Prediger. Ein Zahlreich ist ein solches Reich,welches das Recht hat, sich einen König zu wählen.

Erwählen und erlesen setzen mehrentheils noch ei-nen anderen Begriff hinzu, welcher eine besondere Bezie-hung auf denjenigen hat, für welchen man etwas erliefetoder erwählet. Jemand zum Freund erlesen: Sicheine Person zur Braut erlesen: Jemand zum Anführererwählen: Die Gemeine hat diesen Mann zum Predi-ger: Der Rath hat ihn zum Burgemeister erwählet:Ich habe dieses für meine Braut erlesen, und bergt. Alle

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