Leib. Kölper.
diese Redensarten, haben eine besondere Beziehung aufdiejenigen, zu deren Besten oder Vortheil etwas erlesenoder erwählet wird. Wenn man sagt: Die Kuhrfür«sten wählen den Kaiser, so zeiget man nur an, daß sieaus mehreren einen herausnehmen, welchen sie zum Kai-ser machen. Hingegen die Kuhrfürsten erwählen denKaiser, hat eine Beziehung darauf, daß sie ihn für sich,oder für das ^eich wählen und zum Kaiser machen.
Die beiden ver.'.lteten Wörter, Auren oder Ixören,und Zxiescn gehören auch hierher. Von dem ersten istnur noch bloß die vergangene Zeit, erkoren, und dasMittelwort, ein Auoerkorner, gebräuchlich, es bedeutetso viel, als erwähle». Das andere möchte man wol inneueren Schriftstellern gar nicht mehr finden. Es kommtin feiner Bedeutung mit aussuchen überein.
Im Plattdeutschen hat man noch das Wort Riessät--tig, oder Ixiesfräßig, welches von dsm Vieh gebrauchtwird, so das Futter nicht rein weg fristet, sondern langedarin wühlet, um das beste herauszusuchen. Wachterhalt die beiden Wörter küren und kiesen, für einerlei,^oilera ntgii, sagt er, m'xit/ttl>M, libiio, m iTjZe aliüZ,caiiingin mut-ito. Lecl Ixieseii vetulliu« eil, <5c sb illoorti lunt relic^i liAiiin'caUiz. Er zeiget, daß es in derersten und ältesten Bedeutung, für schmecken, Zuüsre,gebraucht worden, und hernach habe man es auch für cle-liberale, examiuars, eli^ere genommen, j)er li^nslatio.nein, c^uig meu!> clum cleliberst, examinat, eliZit, vi-cletur AullarL iciemc^ue ^scere c^nncl Auttu5.
62. Leib. Rörper.
/Eigentlich braucht man das Wort Leib, nur von leben-^ digen, und Zxorper, von leblosen Geschöpfen. Mansagt: Der Leib des Menschen. Der Rörper der Son-ne. So auch von Thieren: Dieser Ochse hat einen star-ken Leib, er ist gut bei Leibe. Hingegen der Stein ist
ein