Teil eines Werkes 
Theil 1 (1777)
Seite
114
Einzelbild herunterladen
 

ii4 Leichnam. Leiche. Rumpf.

Schlachtfeld lag voller Leichen, es war mit Leichen be-deckt; Aber ich glaube nicht, daß man sagen werde: Alsdie Erschlagenen schon drei Wochen begraben waren, fandman noch in einem Gesträuche eine halb verwesete Leiche,sondern man wird in diesem Falle sich lieber des WortesLeichnam bedienen: Man fand einen halb verwefctenLeichnam.

LeichcndeIanrsniß, nennet man die Gebrauche,welche bei der Beerdigung eines Todten beobachtet werden.L.eichenbegleirer, diejenigen, welche der Leiche folgen,u. s. w.

Das Wort Leichnam, ist in erhabenen Reden ge.brauchlicher, wie Frisch schon anzuzeigen scheiner. Man wirdin erhabenen Reden lieber sagen: Der erblaßte Leichnam,als die erblaßte Leiche. Sein Leichnam wu'. o mitvie.lem Gepränge zur Gruft bestattet. Als AntoniuS demCäsar die Leichenrede hielt, suchte er das Volk zu Rom,besonders dadurch wider seine Mörder aufzubringen, daßer demselben, feinen blutigen Rock, und die vielen Wun-den an dem Leichnamme zeigete.

Bei den Alten wurden beide Worter, nicht nur voneinem verstorbenen, fondern auch von dem lebendigen Leibeeines Menschen gesaget, wie Wachter im Glossar, zeiget.Und in der Niederdeutschen Bibel, heißt die SchriftstelleLuc. i. v. 4?. Ghebenediet systu bawen alle Vrouwen, undeghebenediet is de vrucht dyues Lychammcs, und v. 44. do de Stemme dynesGruteö in myne oren quam, dovervrouwede jyck dat Kynb in mynen Lychamme.

In einigen theologischen Schriften, wird man auchjetzt noch die Redensart finden: Unser sterblicherLeich-nam. Und es könnte feyn, daß dieser alte Gebrauch de«Wortes Leichnam für Leib, in einigen Provinzen nochStatt findet.

Rumpf) bedeutet einen verstümmelten Leichnam,dessen Kopf, oder auch Arme und Beine abgehauen sind.

64. Spra-