Teil eines Werkes 
Theil 1 (1777)
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1-8 Geben. Mittheilen. Schenken.

sich gleichsam als gegenwärtig vorstellet, und bestehet alsoin einer angenehmen Empfindung der Seele. DieFrö-lichkcic ist eine solche Freude, welche sich äusserlich durchgewisse Handlungen und Gebehrden zu erkennen giebt. DieLustigkeit hat ihren Sitz in dem Gemüthe, sie macht,daß ein Mensch niemals lange traurigen Gedanken nach-hanget, sondern nur immer Vergnügen sucht.

Die Freude kann sich bisweilen verbergen. DieFrölichkeir läßt sich allemal sehen. Die Lustigkeit istbestandiger, und erweckt andere zum Vergnügen.

Ein Mensch hat Freuds, wenn ihm ein besonderesGlück begegnet. Er ist frölicd, wenn er seine innerli-che Freude zugleich äusserlich an den Tag leget. Lustig,vermöge seiner Gemüthsbeschaffenheit, die nur immerVergnügen suchet. Man nennet einen lustige» Ort,denjenigen, dessen Annehmlichkeiten zum Vergnügenreizen.

67. Geben. Mittheilen. Schenken.Verehren. Bescheren.

it allen diesen Wörtern drücken wir die Übertragungeiner Sache, welche uns zugehört hat, an einenandern aus.

Geben ist das allgemeine Wort, welches weiter nichts,als diesen Begriff in sich fasset.

Mittheilen ist eingeschränkter, es wird nur in Ab-sicht auf solche Personen gebraucht, welche geringer al6wir, und einer Sache benöthiget sind, deren wir entbehrenkönnen.

Schenken heißt, jemanden etwas geben, welches ereigentlich nicht verdienet hat, wodurch wir ihn aber auf-muntern, oder uns verbindlich machen wollen.

Bescheren heißt so viel, als Schenken oder Mitstheilen. Es kommt von dem alten Worte Scheren

her,