Teil eines Werkes 
Theil 1 (1777)
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Ewig. Immerwähr. Beständig. Dauerhaft. 121

Frisch bemerket, daß man es vor Alters, auch desscharen geschrieben hat, und führet aus dem Tschudian: Kaiser SigismunduS sagt: Der Herren Gaben,sind nicht allezeit denen, die sie verdienen, son-dern denen, die sie bescharet sind. C'bcndas. Das wardir nicht descharet. Hiemit gab der König zu verstan,daß aller Anfall des zeitlichen Guts, an der Aeschasrung liegt.

68. Gwig. Immerwährend. Bestan-dig. Dauerhaft.

L^n dem eigentlichsten und strengsten Verstände, nennet

man ewig dasjenige, was weder Ansang noch Endehat, und in solchem Verstände kann dieses Wort alleinvon der Gottheit gebraucht werden. Der ewige Gott,ist der Gott, welcher ohne Anfang von Ewigkeit her ist,und derselbe ohne Ende in Ewigkeit bleiben wird.

In einem andern Verstände nennen wir ervig, das-jenige, was zwar einen Anfang hat, aber doch niemalsein Ende nimmt. So sagen wir: Die Frommen wer-den ewig leben in dem Himmel.

Und noch in einem andern Verstände, nennen wirdasjenige ewig, dessen Wahrung sich auf eine sehr langeZeit erstrecket. So wird dieses Wort auch verschiedent-lich in der Bibel gebraucht. Z. E. 1 B. Mos. 17, 8.Eine ewige Besitzung. Ebendas. v. 19. Ein ewigerBund, 5 B. Mos. 15, 17. Ein ewiger Knecht. Undnur in dieser letzten Bedeutung, kommt es in gewissenRedensarten, mit immerwährend, beständig unddauerhaft überein. Man sagt zum Exempel: Eineewige Freundschaft. Eine immerwährende Freund-schaft. Eine beständige Freundschaft. Eine dauer-hafte Freundschaft.

Aber das Wort Immerwährend, beziehet sichbloß auf die Zeit; Beständig, auf das Daseyn oder

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