Teil eines Werkes 
Theil 1 (1777)
Seite
137
Einzelbild herunterladen
 

Sich schonen. Sich hüten. Sich in Acht nehmen, iz?

schonet keines Menschen, das ist, cr macht keinen Unter»schied zwischen ihnen, sondern stellet sie alle einerlei Ge-fahr bloß. Er verschonet keines Menschen, auch dc6Kindes nicht in Mutterleibs, das ist, er erhält keinen ein-zigen in dem allgemeinen Verderben.

Bei dieser A-lxit, soll keiner geschonet werden, dasjst, sie sollen alle einer so viel thun wie her andere, undalle dem Uebel oder der Beschwerlichkeit ausgesetzet seyn,welche sie mit sich führet. Verschonen Sie mich mit derArbeit, das ist, ob Sie mir dieselbe gleich schon zugedachthaben, so befreien Sie mich doch von der Beschwerlich-keit, welche sie mir verursachen winde. Verschonen:Sle mich mit dergleichen Reden, das heißt, ich sehe zwar,daß Sie sich vorgenommen haben, mir harte Worte zu,sagen, aber es wird mir zu beschwerlich, sie anzuhören,also befreien Sie mich davon.

81. Sich schonen. Sich hüten. SichlnAcht nehmen.

AAenn das Wort schonen, zurückkehrend wird, sichschonen, so ist es einiger mästen gleichbedeutend,mit sich hüten und sich in Acht nehmen. Allein esist doch dieser Unterschied dabei, daß sich schonen nur soviel heißt, als sich der Gefahr nicht aussehen wollen, et-was Gutes zu verlieren, und man es nur bloß in Absicht,auf die Gesundheit oder Kräfte gebraucht. Ich muß michschonen, heißt, ich muß mich der Gefahr nicht aussetzen,meine Gesundheit oder Kräfte zu verlieren. Ich mußmich bei dieser Arbeit schonen, das ist, ich muß nichtzu viel arbeiten, damit mir die Kräfte nicht entgehen, oderjch lM'ine Gesundheit nicht verliere,

Sich hüten, heißt, etwas Böses vermeiden, so unSbegegnen könnte, Man sagt: Hüte dich vor Schaden?Hüte dich vor diesem Menschen. 5 B. Mos. 24. v. 8,Hüre dich vor der Plage des Aussatzes. Ierem.g-v. 4.

I 5