Teil eines Werkes 
Theil 1 (1777)
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,4<-> ZMeln. Mäkelil.

Satze, Dinge hinzusetzet, durch welche er verdunkelt wird,oder welche ihn anders vorstellen, als er in der That ist.

Daß dje Sonne um die Erde herum gehe, oder, daßder Mond sein eigen Licht habe, sind falsche Satze: DieSternkundiger beweisen das Gegentheil. Zu den ZeitenChristi, waren die Gebote Gottes, durch die Aufsätze derSchriftgelehrtcn und Pharisäer verfälschet worden.

In einem uneigentlichen Verstände, nennet man bis»weilen falsch, dasjenige, was bctrüglich ist, oder, wo«durch man betrogen wird. So sagen die Fischer, wennein Thauwetter einfallt: Das Eiß ist falsch, weil es be-trüglich ist, und leicht zu brechen pfleget. Ein falscherEid, ist derjenige, welcher eine Unwahrheit bekräftiget,wodurch der Richter sowol als die Parthei betrogen wird.Man nennet bisweilen, falsche Münze, alle diejenige,womit man betrogen wird.

8z. Tadeln. Makeln.

H^as Wort Makeln, oder, wie einige e6 schreiben,märkeln, heißt eigentlich, bei einem Kauf ein Un-terhändler seyn. Daher kommt Makler, das ist derje-nige, welcher den Kauf machen, oder schliesset, hilft. Indem Sinn, worin es mit Tadeln übereinkommt, scheinet?S mir nur ein niederdeutsches Wort zu seyn, allein es wirddoch oft, und in verschiedenen Provinzen gebraucht, undführet eine besondere Bedeutung mit sich.

Man tadelt nehmlich, wenn man die Fehler einerSache bemerket und anzeiget. Man mäkelt, wenn manjn Kleinigkeiten Fehler zu finden sucht. Eine Waare ta«ideln heißt, die Fehler, welche man daran entdecket hat,anzeigen. Eine Waare mäkeln, heifit, Fehler darin zufinden suchen, urtd etwas davon aussetzen wollen, ob mangleich keine sonderliche Ursache dazu hat.

Tadeln, wird von allerlei Sachen, und auch vonwichtigen Dingen gebraucht: Makeln, gemeiniglich nur

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