Teil eines Werkes 
Theil 1 (1777)
Seite
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Nothwendig. NöchG 141

von Kleinigkeiten. Z. E. Man radelt beim Kaufe einPferd, wegen wirklicher und grosser Fehler, welche ee ansich hat, es fey in dem Bau seines Leibes, oder in demGange, und dergl.

Man mäkelt etwas an einem Pferde, wettn mangeringe Dinge, etwa einen Fleck, welchen es hat, oder,daß es ein wenig vom Sattel gedrückt worden, und der-gleichen, für wirkliche Fehler rechnen will, in der Absicht,es etwas wohlfeiler zu kaufen.

Tadeln, kann sowol von den Sachen als von denHandlungen, mäkeln, nur allein von den Sachen ge-braucht werden. Der Tuchmacher radelt die Wolle, wennsie storr ist. Der Tischler radelt das Holz, wenn eSspröde ist. Man tadelt die Aufführung eines Feldherrn.Wenn man ein Haus tadelt, siehet man auf die Hand-lung des Baumeisters, der eS nicht recht gemacht hat»Man tadelt den Koch, man mäkelt das Essen, oderdasGerüchte.

84. Nochwendig. Nöthig.

5V>orhwendig ist dringender als nöthig, und dasNothwendige muß alfo dem Nöthigen vorgezo-genwerdcn. Was wir nicht entbehren können, ist noth«wendig, was wir brauchen, ist nöthig.

Das Brodt ist nothwendig, wir können es nicht ent»kehren, mehrere Speisen sind uns nöthig, weil wir eineVeränderung brauchen, denn wenn wir einerlei Speisebeständig gemessen, wird sie uns endlich zuwider. DasWasser ist nothwendig, weil wir es nicht entbehren kön-nen: Der Wein ist nöthig, den Magen zu stärken. EineWohnung, darin wir vor Sturm und Wetter beschirmetseyn können, ist uns nothwendig: Ein bequemes Haus,und solcher Hausrath, welcher mit unserem Stande über,ein kommt, ist uns nöthig. Die Kleidung können wirnicht entbehren, sie ist nothwendig, aber wir brauchen

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