»42 Elend. Noth. Jammer.
ein gn^es Kleid, das unserem Stande gemäß sey, wenn wirin Gesellschaften gehen wollen, es ist nöthig.
Die Natur begnüget sich mit dem Nothwendigen»Der Gebrauch und die Gewohnheit, haben viel Dingenöthig gemacht.
85. Elend. Noth. Jammer.
as Elend ist überhaupt ein hoher Grad der vhysi-schen sowol, als der sittlichen Unvollkommenheit, undbesonders die Wirkung der Armuth und des Unglücks.Man sagt von einem Armen: Er ist in elenden Umstan-den. Ein Kranker liegt elend darnieder. Es ist ein gros-ses Elend im Lande, das ist, die Armuth wird groß, eshauset sich allerlei Unglück. 2 B. Mos. z. v. 7. Ich habegesehen das Elend meines Volks in Egypten. Ps. 88.v. 19. Meine Gestalt ist jammerlich vor Elend. Ierem.14. v. 2. Ihre Thore stehen elend.
Die Noch ist die Bedürfniß nothwendiger Dinge,und entstehet aus dem Mangel derselben. Die Nochdes Landes ist groß, will so viel sagen, es mangeln dieje-nigen Dinge, welche nothwendig zum Unterhalt der Ein-wohner gehören. Man nennet <^ungersnoth, denjeni-gen Zustand, da es am Brodte mangelt, und also derHunger verursachet wird. In Nöthen seyn, hejßr, derHülfe bedürfen. Man sagt von einer Frau: Sie ist inNindesnörhen, weil sie in solchen Umständen, sonder-lich der Hülfe und des Beistandes bedarf. Man jagt:Leuers- und tVassersnorh, weil man in Feuers- undWassersgefahr, der Hülse nöthig hat. Er ist in grosserNoth, heißt, er ist in solchen Umständen, darin er be-sonders Hülfe bedarf.
Das Wort Jammer hat mancherlei BedeutungemBisweilen wird dadurch ein grosses Mitleiden angezeiget,daher sagt man: Ich habe es mit Jammer angesehen^Mich jammerr des Menschen, und dergleichen; und da-
her