Haut. Fell. Balg. 15 k
Von den Vögeln, braucht man das Wort Fell,wenn die Haut mit den Federn abgezogen ist. Man sagt:Ein Schwanenfell. Er trägt einen Brusttuch vonSchrvanenfell. Hergegen, wenn mir allein die Federnabgerupfet sind, und die Haut aufdem ^eibe bleibet, sagtman: Eine Haut. Eine Gänsehaut. Die Hühner,welche gelbe Füsse haben, haben auch gemeiniglich einegelbe Haut, welches ihnen in der Schüssel, kein gutesAnsehen giebt; Daher hält man sie nicht so gerne zurZucht als diejenigen, welche blaue Füsse haben, denndiese haben gemeiniglich die weiseste Haut.
Die Jager brauchen kunstmäßig d^S Wort Fell garnicht, sie nennen insgemein, die Felle des WildpretS«saure. Schweinsbaur, Hirschham: Bären-haut, u s. w. Solche Felle aber, welche zu Pelzwer-ken gebraucht werden, nennen sie Balg. FuchsbalA,Marderbalg, Gtlerbalg, u. s. w. Ob man alsogleich von einer zahmen Kaye sagt: Ein Zxayenfcll,so s^gen doch die Jäger^ von einer wilden Katze, einAaycnbalg.
Wer erwaö von der Jägerei verstehet, kann diesenUnterschied noch besser, auf folgende Weise bemerken.Diejenigen Thiere, welche sie ungeöfnet abzuziehen, oderwie sie kunsimäßig reden, abzustreifen pflegen, weil ihnendas Fell über die Ohren gestreifct wird, haben einen Z)alsI.Daher sagen sie auch: wiesclbaltt, LuchsbalI, II-tisbalg, u. s.w. Diejenigen Thiere hingegen, derenFell auf dem Bauche aufgeschnitten, und, nach dem Jä-ger Ausdruck, abgewirket wird, haben eine Haut. AlsderHirfch, die Gemfe, das Schwein, u. s. w.
Da die Schlangenhaut ebenfalls abgestreifet wird, sasagen auch die Jäger bisweilen: Ein SchlangendalA.
Man nennet daher auch Valge, die abgestreiftenHäute, der Seidemvürmer, Raupen, und andererInsekten, welche sie bei dem Hauten zurück lassen.
K 4 92. N)ach-