Teil eines Werkes 
Theil 1 (1777)
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Vergrössercn. Vermehren. Fehlen. Mangeln. 155

94. Vergrößeren. Vermehren.

L^n dem eigentlichen Sinn, wird dasjenige vergröi/fert, was in der Ausdehnung zunimmt. Hingegen,was inder Zahl und Menge zunimmt, wird vermehret.

Man vergrößert eine Stadt, und vermehret dieZahl der Häuser, oder die Einwohner. Mcm vergrof-scrt einen Garten, und vermehret die Baume darin.Wenn sich die Einkünfte des Geizigen vermehren, sowird sein Goldklumpen vergrosserr.

In dem uneigentlichen Sinn braucht man das Wortvergröjseren, in Absicht aus die Sache selbst, welchezunimmt. Vermehren, in Absicht aufdasjcnige, wasdas Zunehmen verursachet. Man sagt, das 'Ansehen,oder die Gewalt, dieses Mannes ist sehr ve-rgrössertworden, in Absicht auf sein Ansehen und seine Gewaltselbst, welche einen Zusatz bekommen haben. Man kannauch sagen: Sein Ansehen, oder seine Gewalt ist sehrvermehret worden, in Absicht auf die neuen Ehrenstel-lcn, welche er erhalten hat, oder auf die Mehrheit derMenschen, welche mm unter seiner Gewalt stehen.

95. Fehlen. Mangeln.

enn man auf die eigentliche Bedeutung dieser WörterAcht hat, so wird man auch den Unterschied in der-jenigen Bedeutung, worin sie glcichgcltend sind, leichtentdecken können. Fehlen heißt, etwas nicht recht ma«chen: Mängeln heißt, nicht da seyn.

Ich habe in diesem Stücke gefehlet, das ist, ichhabe es nicht recht gemacht. Ich habe hier gemangelt,ist so viel, als, ich bin nicht da gewesen, und in diesemletzteren Sinn, nehmlich in der Bedeutung eines nichtDaseyns, werden diese Wörter bisweilen eins für dasandere gebraucht. Man sagt.- Es fehlet noch etwas andieser Summe, und auch: Es mangelt etwas daran.Dieser gute Freund fehler noch bei unserer Gesellschaft,und auch: Er mangelt dabei. Wir wollten das Spiel