iz6 Fehlen. Mangeln.
wohl spielen, aber es fehlet uns noch der vierte Mann, undauch: Es mangelt uns noch der vierte Mann. Aberauödem Unterschied dieser Wörter, in ihrer eigentlichenBedeutung, lässet sich auch der Unterschied, hier in die-ser Bedeutung bestimmen, da sie beide den Begrif einesZeicht da seyns mit sich führen.
Nehmlich fehlen zeiget an, daß die Abwesenheitnicht recht sey, und siehet zugleich auf denjenigen, dernicht recht gethan hat, daß er abwefend ist, öderes nichtrecht gemacht hat.
Mängeln, zeiget eine Abwesenheit an, wobei diedaraus entstehende Unvollkommenheit, uns selber betrift.Fehlen siehet auf die Sache, welche nicht da ist, oderauf die Person, welche wegbleibet: Mängeln aufdaS-jenige, was durch die Abwesenheit, dieser Person, oderdieser Sache, unvollständig wird.
So sagen wir: Es fehlet etwas an dieser Summe,und sehen dabei zugleich auf denjenigen, welcher den Feh-ler begangen, und sie nicht recht gezahlet hat, oder zumwenigsten ist unsere Absicht, auf die Sache selbst gerich-tet, welche nicht da ist, auf das Stück Geld, welchesfehlet. Es mangelt etwas daran, drücket nur bloß dieUnVollständigkeit aus, daß nicht alles da ist, was billigda seyn sollte.
Indem wir sagen: Dieser Freund hat in unserer Ge-sellschaft gcfehlec, zeigen wir einiger Massen an, daß ernicht recht gethan habe, abwesend zu seyn, wir sehen be-sonders, auf diesen Freund selbst, welcher nicht gekom-men ist. Er hat in unferer Gesellschaft gemangelt,zeiget an, daß unsere Gesellschaft durch feine Abwesenheitunvollkommen gewesen, und wir sehen dabei auf unsselbst, die wir feiner Gesellschaft haben entbehren müssen.Er hat uns gemangelt. So auch, wenn wir sagen:Es fehler uns noch jemand zum Spiel, so sehenwir auf eine Person, welche wir noch gerne bei uns ha-ben