Teil eines Werkes 
Theil 1 (1777)
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Fehlen. Mangeln. Unsinnig. Sinnlos. 15?

haben wollten, wir geben gleichsam zu verstehen, es seynicht recht, daß sie nicht da sey. E6 mangelt uns nochjemand, siehet mehr auf uns selbst, die wir eines Mit-spielers beraubet sind.

Man sagt zu einem Kranken: Was fehlet dir? undsiehet aufdie Sache selbst, deren ?lbwesenheitseine Krank-heit verursachet, und welche daran schuld ist. Hiugegen,wenn man sagt t Was mangelt dir? so siehet man aufseinen Zustand, welcher durch die Abwesenheit einer Sacheunvollkommen ist.

Welcher Schüler fehlet in dieser Ordnung? WelcherSoldat fehler in dieser Rotte? siehet aufdiejenigen, wel-che nicht dasind, und Nicht recht gethan haben, daß sieweg bleiben. Welcher Schüler mangelt? WelcherSoldat Mangelt? siehet aufdie Ordnung, oder aufdieRotte, welche durch ihre Abwesenheit unvollständig ist.

Herr' Adelung hat bei dein Worte fehlen die An-merkung gemacht:Was Gottsched undHr.Stoschvon dem Unterschiede zwischen fehlen und irren, feh-len Und mangeln behaupten, ist theils willkührlich,theils spihfündig.,. Allein bloß ein solcher Ausspruchkann die Sache nicht entscheiden, und ich will es dem Ur-theil, anderer Kenner unserer Sprache überlasten, obsteNicht wenigstens in den mehrcsten Redensarten, den vonmir angezeigten Unterschied wahrnehmen werden. ObGottsched , dasselbe gesagt hat, ist mir nicht bekannt.

96. Unsinnig. Sinnlos.

triefe Worter scheinen nur, gleichbedeutend zu seyn,und beide eine Beraubung der Sinne anzuzeigen,aber sie haben doch wirklich eine ganz verschiedene Be-deutung-

llnsinnig drücket eine Beraubung der Vernunftaus, welche macht, daß man seine Sinne nicht rcchtge-braucht. Sinnlos / zeiget einen solchen Zustand an,

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