l62 Nachlaßigkeit. Faulheit. Nittßiggattg.
Frisch übersehet daher das Wort bejahrt seyn: ^t-u«x> vvcctum eile. A ber ein betagter Mann, zeiget einensolchen an, der schon ein hohes Alter erreicht hat: 1.c>nZA>vuii. 8enio contec^uz. (Siehe Frisch Wörterb. bei denWörtern Jahr und Tag.) Man pflegt auch das Wortbetagt, in dem gemeinen Umgänge nicht zu gebrauchen,sondern bedienet sich desselben nur, in einem höheren Styl,als einen edleren Ausdruck für das Wort alt.
In der Bibel findet man den Ausdruck: Alt undwohl berager. l B. Mos. i8,Item i B. d.Kön. i, i.
iOO. Na6)läßilzkeit. Faulheit. Müßig?gang.
HVeNackläßigkeit undFanlhelt, stehen dem Fleiß:«-^ Der ^ jüßlggang, stehet der Arbeitsamkeit, ent-gegen.
Ein nachlaßiger Mensch, verrichtet entweder dieArbeit gar nicht, die ihm vermöge seines Berufs oblieget,oder er verrichtet sie nur obenhin, ohne darauf die gehörigeSorgfalt zu wenden. Ein Fanler scheuet die Arbeit, alleswas nur einige Bemühung ersodei t, ist ihm zuwider. EinLl'iüßigganger findet ein Vergnügen darin, daß ernichrsthut, und Hasjet die Arbeit. Er ist also in der menschli«chen Gesellschaft ganz unnütze.
Man kann bisweilen in seinem Berufe nachlaßig,und doch in andern Dingen, arbeitsam und fleißig seyn.Ein Mann, welcher sich gar nicht zu Unterweisung derJugend schicket, und doch viel Wissenschaften besitzet, istaus Noth gedrungen, einen Schuldienst anzunehmen. Ersiehet selbst, wie wenig Fähigkeit er dazu besitzet, und daihn feine Neigung zu höheren Dingen treibt, so wird ernachlaßig in seinem Berufe, und befchafftiget sich mit an-dern Dingen. Er leger sicl? auf die Naturkunde, er erfor-schet die Alterthümer, er schreibt Bücher. Darin ist erarbeitsam und fleißig.
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