Teil eines Werkes 
Theil 1 (1777)
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164 Arbeitsam. Geschasstig. Emsig.

Mühe dabei, und man wird gemeiniglich finden, dciß sollcheMenschen, welche wenig zu thun haben, sich bei einervorfallenden Arbeit, am Zeschafjngjtctt erweisen. DerEmsige/ leget sich rechr auf seine Geschaffte, und ver-richtet sie mit grosser Gesiissenheit.

Arbeitsam, siehet mehr auf die Gemüthsbeschaffen-heit eines Menschen, welche ihn zur beständigen Arbeitantreibt: GeschäsftlI, auf das ausserliche Betragen,wodurch er zeiget, daß er zu thun habe: j^mslg, aufdie Sorgfalt und Gefiissenheit, womit er seine Arbeitverrichtet.

Das Wort Geschafftig heißt eigentlich, Geschaffteverrichtend, und man braucht es wirklick in dem Ver-stände, daß man dadurch anzeiget, ein Mensch gebe sichviele Mühe bei seiner Arbeit, und in demjenigen, was erzu thun hat. So sagt man: Er hat sich hierbei sehr ge-scbäffriI erwiesen. Ein geschafftigeo Leben, ist ein sol.ches Leben, in welchem man viel Geschaffte verrichtet, undimmer zu Verrichtung derselben geneigt ist; Allein manverknüpfet auch sehr gewöhnlich, mit diesem Worte denBegriff, daß manche Mühe, welche man sich giebt, un-nöthig sey, lind man. sich nur darum Iejct)äfftlg bezeige,damit die Leute sehen sollen, daß man sich Mühe gebe.

Ein Mensch, welcher in einem öffentlichen Amte ste-het, verrichtet nicht nur diejenige Arbeit sorgfaltig, z::welcher er verbunden ist, sondern nimmt sich auch in denenStunden, da er eigentlich keine Gcschäffte hat, allemalmihliche Arbeit vor: Oder einer, welcher von seinen Zin-sen lebt, und kein Amt hat, das ihn besonders zu einigerArbeit verpflichtet, macht sich doch bestandig zuthun: Erkauft sich ein Landgut, auf welchem er wirthschaften kann,oder er liefet, schreibt Bücher, und dergleichen. DieseMenschen sind arbeirstun.

Eine Edelfrau auf dem Lande bekommt Gaste, sieläuft in dem Hauss aus und nieder, um alles in gute Ord-nung

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