Teil eines Werkes 
Theil 1 (1777)
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Muße haben. Müßig sey!:. Müßig gehet:. 165

ming zu bringen, die Mahlzeit zu bestellen, ihr Schlaf-gemach zu bereiten, uud dergleichen; bald fallt ihr dieses,bald jenes ein. Diese Frau ist geschaffn«., sie lasset esrecht sehen, daß sie sich Mühe gebe, ihre Gaste gut zu be-wirthen.

Ein Künstler verfertiget eine Arbeit, für welche ereine ansehnliche Belohnung erwartet, er arbeitet alfo ohneUnterlaß daran, und giebt sich alle Mühe, sie gut zu ma.chen. Dieser Künstler ist emsig in seiner Arbeit. Ge-meiniglich schaffet der Arbeirsame Nutzen. Der Ge--schaffrige giebt sich oft viel Mühe, die ohne Nutzen ist,und deren er sonnte überheben feyn. Der Amsige ver-richtet feine Arbeit ernstlich »nd gut.

102. Muße haben. Müßig seyn- Müßiggehen.

5IH>er feine Arbeit verrichtet, und einige Zeit übrig hat,die er del' Ruhe, oder dem Vergnügen widmenkann, der hat Muße. Wer keine Geschaffte hat, derist müßig. Wer sich mit nichts beschäftigen will, dergehet müßig.

Etwas bei guter Muße verrichten, heißt, es insolchen Stunden thun, da man keine andere Geschafftehat, und sich Zeit dazu nehmen kann. Müßige Stnn.den haben, heißt, keine Geschaffte haben, ohne Arbeitseyn. Müßig gehen, heißt, sich nicht bescdäffngenwollen, und ein Vergnügen darin finden, daß man nichtsthue.

Das Wort Muße, bedeutet eigentlich eine Zeit derRuhe, die man nach der Arbeit hat.

Das Wort Müßig hat zweierlei Bedeutungen, bis-weilen wird «6 in einem guten, und bisweilen in einembösen Sinn gebraucht. In dem ersteren zeiget es nuran, daß man keine Arbeit hat, welche man nothwendig zuverrichten verbunden wäre. In dem anderen zeiget es

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