Teil eines Werkes 
Theil 1 (1777)
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i56 Gabe. Geschenk.

rin solches Gemüth an, welches sich mit nichts beschaffti-gc» will, und alle Arbeit hasset. Ich bin jetzo müßig,will weiter nichts sagen, als, ich habe keine Arbeit, die ichnothwendig verrichten müßte. So sagt man auch: DiePferde stehen im Stalle müßig, das ist, sie haben keineArbeit. Hingegen in den Redensarten: Dieser Menschgehet müßig; Er sitzet den ganzen Tag müßig, hatdiesem Wort, einen bösen Sinn: zeiget an, daß dieserMensch, nichts thun will, und also eine unnütze Last derErde ist.

I0Z. Gabe. Geschenk.

igentlich heißt eine Gabe, alles was man freiwilligund umsonst giebt. Die freiwilligen Opfer unterdem alren Testament, wurden G^ben genannt. Wenndu deine Gabe auf dem Altar opferst. Matth. 5. v. 2z.Mau sagt: Ä.cibesgaben, Gemurbsgaben, weil sieuus Gott, aus freiem Willen und umsonst gegeben hat.Sonderlich nennet man dasjenige eine Gabe, was manden Armen giebt.

Geschenk, nennet man dasjenige, was man einemandern ans freiem Willen giebt, um entweder, gewisseDienste, welche er uns geleistet hat, außerordentlich zubelohnen, oder ihn aufzumuntern, oder uns ihn verbind»lich zu machen.

Wir sagen: Der Arme hat eine Gabe empfangen.Wenn etwas zum Besten der Armen gesammlet wird,können wir sagen: Dieser Mensch hat eine reiche Gabedai zu beigetragen. Wir machen unseren Bedienten bis,weilen ein Geschenk, um sie auf eine austerordeutlicheWeise zu belohnen, oder aufzumuntern. Wir machenjemanden, der uns in einer Sache helfen kann, ein Gesschenk, um ihn desto mehr dazu zu bewegen, u.s.w»

Beide Wörter werden bisweilen zusammen gesetzt.Man sagt von einem ungerechten Richter: Er nimmtger»

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