Teil eines Werkes 
Theil 1 (1777)
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Nicht recht. Unrecht. 167

ne Gaben und Geschenke an. Sprach sagt: Gesehen-kc und Gaben verblenden die Weisen. Snr. 20, zi. Indiesem Fall dünkt mich, ist das Wort Gabe nur allge-meiner, und zeiget alle, auch die genügst?», Dinge an,welche man einem solchen Menschen zufliestsn laßt. Ge-schenk, bedeutet etwas grösseres, wodurch man ihm be-sonders zu verstehen giebt, daß man dafür eine andere Ge-fälligkeit, nehmlich seinen Beistand und Hülse verlange.

,04. Nicht recht. Unrecht.

^V>ichr recht, bedeutet bloß eine Einziehung des Rech-tes, oder desjenigen, was einer Sache zukommt.Unrecht, drücket zugleich so etwas aus, was dem Rechteentgegen stehet.

Wir sagen: Der Richter hat jemanden sein Rechtnicht wiederfahren lassen, wenn er ihn abgewiesen hat,und feine Sache nicht hat hören wollen. Er hat ihm un-recht gethan, wenn er ihm nicht nur fein Recht entzogen,sondern auch solchen Spruch gethan hat, wodurch er zueiner Strafe verurtheilet, oder auf eine andere Weife be-leidiget worden. Es ist nicht recht, wenn man denArmen nichts geben will. Es ist überdem noch nnrecht,wenn man sie verspottet, oder sie mit harten Worten be-leidiget.

Wir sagen: Er hat mich nicht recht verstanden,wenn jemand, den eigentlichen Sinn unserer Worte, nichtbegriffen hat. Er. hat mich unrecht verstanden, wenner unseren Worten eine ganz andere Bedeutung giebt.Die Jünger Christi, verstunden nicht recht, was er zuihnen von seinem Hingang zum Vater redete. Die Judenverstunden seine Worte ganz unrecht, die er gesagt hatte:Brechet diesen Tempel. Als Alarich Rom eingenom-men hatte, und dem Kaiser Honorius die Nachricht ge-bracht wurde, Rsm sey vcrlohren, verstund er es unrecht,

j 4 indem