Teil eines Werkes 
Theil 1 (1777)
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?7O Gottesfurcht. Gottfeeligkeit. Frömmigkeit.106. Gottesfurcht. Gottseeligkeit.

tH!>ie Gottesfurcht ist diejenige Furcht vor Gott , wel-"^-^ che unö bewegt, niemals so etwas zu thun, wodurcher beleidiget werden, oder was ihm miöfallen könnte, undhingegen alles zu vollbringen, was ihm wohl gefallt.

Das Wort Gorrfeeligkeit, hat eine Beziehung aufdas Vergnügen und die Glückseligkeit, welche ein Menschempfindet, der die Pflichten der Religion erfüllet, und imGebet und heiligen Uebungen, einen genauen Umgang mitGott hat.

Das Wort Frömmigkeit, enthalt den Begriff einerbesonderen Sorgfalt und Eifers, womit man die Pflichtender Religion beobachtet.

Ein gorceefurchriger Mensch, thut alles was Gottvon ihm fodert, weil er sich fürchtet, ihn durch Ungehor»sam zu beleidigen. Ein Frommer, thut es mit grossemFleiß undEifer, damit er Gott desto mehr gefallen möge.Ein Gottsceliger, empfindet das Vergnügen und dieGlückseligkeit, welche daraus entstehet.

Wo wahre Gottesfurcht ist, da ist auch Frömmig-keit und Gorrfceligkeit, alle drei sind gemeiniglich miteinander verbunden; Allein wenn wir sagen: Man mußGorr fürchten, so sehen wir doch allemal mehr darauf,daß man sich scheuen muß, etwas zu thun, was Gott niisfallig seyn könnte. Wenn wir sagen: Man mußfromm seyn, so sehen wir mehr darauf, daß man mitSorgfalt und Eifer die Pflichten der Religion beobachtenmuß. Wenn wir sagen: Man muß gottfeelig seyn, sosehen wir mehr daraus, daß man sich bemühen muß, durchBeobachtung dieser Pflichten, mit Gott vereiniget undglückseelig zu werden.

Bisweilen werden diese Wörter, auch in einem sehrtveitläuftigen Sinn genommen. Da ein gottesfurchti-

Frömmigkeit.

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