Aufgeblasenheit. Dünkel, Eigendünkel. 179
Die Einbildung und der Hochmuth > lassen sichbisweilen verbergen, sie stellen sich sogar demüthig an>und bewegen uns, andern Ehre zu erzeigen, in der Ab«ficht, damit uns hernach desto grössere Ehre wiedcrfahrenmöge. Der Stolz, die Hoffarthund dieAufgeblas-senheir, können sich niemals verbergen, sie blicken in al-len Handlungen des Menschen, auch wider seinen Wil-len, hervor.
Auch die Wörter, Dünkel und Eigendünkel, kön.nen einiger Maaßen Hieher gerechnet werden, indem sieebenfalls eine übertriebene gute Meinung zu erkennengebm, welche jemand von sich silbstund seinen Verdien-sten hat, und welche aus der Einbildung und dein Stol-ze entstehet Man sagt: Er hat einen unaussprechlicheilDünkel: Sein Dünkel ist unausstehlich. Auch in derBibel, koinmt es in dieser Bedeutung vor. Hiob 15, zuDer Gottlose ist in seinem eiteln Dünkel betrogem Syr;z. v. 26. < olcher Dünkel har manche betrogen;
Der Dünkel, unterscheidet sich von der Einbil?düng dadurch daß er mir vielem Stolze undVerachtunganderer verknüpfet ist< Ein eingebildeter Mensch, hateine gar zu gute Meinung, von sich selbst und seinen Ver«diensten, er eignet sich auch wol gewisse gute Eigenschaf-ten und Vorzüge zu, welche er wirklich nicht besitzet:Aber er verachtet deswegen nicht allemal andere. DerDünkel hergegen, ist allemal mit einem unerlraglichertStolze und Verachtung anderer verknüpfet.
Es ist daher harter > von jemand zu sagen: Er besitztvielen Dünkel, als, er besitzt, viele Einbildung, und manbraucht das erste in einem verächtlichen Verstände > wenn!man die Einbildung, welche jemand von sich selber hat, zu-gleich als etwas ungereimtes und thörichtes vorstellen willi
Das zusammengesetzte Wort, Eigendünkel, kommtvielleicht mit dem einfachen Dünkel, mehrentheils über-ein , so daß es in den meisten Fallen / auch dafür geseheö
M » werden