Teil eines Werkes 
Theil 1 (1777)
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Uebel. Schlimm. Arg. 201

auch wohl denjenigen nennen kann, dessen Nachbarschaft,für uns allerlei übele Folgen hat, ob er gleich selbst nichtböse gegen uns gesinnet ist.

Bisweilen wird das Wort übel nur in einem gelinde,ren Sinn genommen, um die harte Bedeutung des Wor-tes böse einiger Maaßen zu verringern. So sagt mauwohl: Ein übelcr Mensch, für ein böser Mensch, ebenwie man übeler Geruch für Gestank sagt, um die harteBedeutung dieses Wortes zu mildern. S. Frischen?N>orrerb.

Das Wort schlimm, leitet Frisch her, von dem as-ten Worte schlicm, oder schläm, welches so viel alsschief, überzrverchs bedeutet, und sa^t, diese eigent.liche Bedeutung, stecke noch in der Redensart: Die Sachestehet schlimm: Es stehet schlimm mir ihm, dasist, es stehet, als wenn es fallen wollte. Es kommt alsonur in einer uneigentlichen Bedeutung mit übel oder böseüberein. Man brauchet es in diefem Sinn gemeiniglichvon demjenigen, was Schaden thut. Ein schlimmerMensch, ist ein Mensch, welcher anderen Schaden zufü-get. Ein schlimmer Hund, ist ein Hund, welcher bcis-set, oder naschig ist, oder sonst allerlei Schaden thut. Eineschlimme Sache, ist eine solche, woraus uns ein Seba-den entstehen kann. Ein schlimmes Haus, wo man ver-führet werden und zu Schaden kommen kann. Schlim-me Zeiten, sind diejenigen, in welchen man Schadenleidet.

Das Wort arg, hieß ehemals faul, piZer, i'ßngvu5,wie Pachter bemerket, worin es mit dem griechischen«^-5 übereinkommt. Bisweilen hieß es auch unnüy,furchtsam, verzagt, wie er aus!', viac. I.. Vl.cie (?.I^onAob. L. 24. beweiset: ?vleineuto Oux ferdullc, l^uoärne inertem <5c inutilem dixerix, A vul^zri verbo a?-^vocsverix. Und auS dem Inä. Verel. wo dasWorta»-^durch iZnsvux, timiciux gegeben ist.

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