2oo Böse. Boshaft. Boslich.
Das Wort boslich wird jetzo wenig mehr gebraucht,und man möchte es wohl, kaum anders als in einigen Re-densarten hören, welche noch bei den Gerichten, und inRechtssachen gewöhnlich sind. Z.B. Jemand böslichverklagen: Eine bösllche Anklage: Eine bösliche Ver-lassung seines Ehegatten. Es heißt alsdann so viel, alsmit böscm Vorsätze, oder auf eine vorschlich böse Weise.
Uebel ist der Gegensah von wohl. Loses thun,siehet auf die Sachen, es heißt, so etwas thun, was nichtgut ist, dessen Eigenschaften dem Guten entgegen stehen,oder was Schaden bringet. Uebel thun, siehet mehrauf die Handlungen, es heißt, sich auf eine solche Weiseverhalten, die dem Recht und den Gesetzen zuwider ist.Hesek. ?z. v. iZ. Wo der Gerechte Vöses thur, das ist,wo er so etwas thut, was nicht gut ist, was dem Zweck sei.lier Bestimmung zuwider, oder schädlich ist. Die Israe-liten lhaten übel vor dem Herrn, Richt. 4. v. 1. das ist,sie Handelken seinen Gesehen zuwider.
Jemand böjes thun, heißt, so etwas thun, was ihmSchaden bringer. Nehem. 5. v. 2. Sie gedachten mirböses zu rbun. Uckel an jemand thun, heißt, sich sogegen ihn verhalten, oder auf eine solche Weise gegen ihnhandeln, die dem Rechte zuwider ist. Richt, il. v. 27.Und du thust so übel an mir, daß du wider mich streitest.Etwas übel nehmen, oder etwas übel auslegen, sie-het auf eins Handlung, welche zum wenigsten unseren Ge-danken nach nicht recht, und den Gesetzen der Höflichkeitzuwider ist.
Vose scheinet allemaletwas nachtheiliges bei der Ab-sicht einer Handlung oder Gesinnung vorauszusetzen: Ue-bel zuweilen mehr auf die Wirkungen und Folgen zu se-hen. So nennet man einen bösen Nachbar, denjenigen,welcher die Absicht hat, uns zu schaden, und immer da-mit umgehet, solche Dinge zuthun, die uns nachlheiligseyn können; Da man hingegen einen übclen Nachbar,
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