Match. 25. v. 14. Die Vei dammniß empfangen. Alleinauch diesen Gebrauch des Wortes empfune-en, wird manjetzt, wohl kaum mehr bei guten Schriftstellern antreffen,und man wird allezeit besser, betvlninen dafür sagen.
Erhalten, sagt man nur von solchen Dingen, welcheman gesucht, und worn^ch man sich bemühet, oder, welcheman zum wenigsten, zu haben gewünschet hat. Ich habeeine gute Nachricht erhalten. Er hat das Amt erhal-ten. Endlich habe ich -.6 von ihm erhalten, daß er sichdieses Menschen hat angenommen. Man sagt: DenSieg erhalten: Beute erhalten: Wegen eines Verbre-chens Gnade erhalten, und dergleichen. In allen sol-chen Redensarten siehet das Wort erhalten, auf etwasgutes und angenehmes, welches man gesucht oder doch zuhaben gewünschet hat.
Zw.,r möchte man dasWort erhalten, auch von un-angenehmen Dingen gebraucht finden, und ich gestehe,daß man im gemeinen jeden wohl sagt: Eine unang. neh-me Nachricht erhalten: Abschlägige Antwort erhalten:Der Missethäter hat sein Todesurtheil erhalten, unddergl. Allein solcher Gebrauch ist gewiß nicht der beste.
Von angenehmen und solchen Dingen, wonach mansich bemühet, oder welche man doch zu haben gewünschethat, ist es viel gewöhnlicher, und wofern Frischens Ety-mologie richtig ist, so würde dieser Gebrauch allein derrechte seyn, er sagt: „Halten hieß vor Alters und im I^l-„pkila, cuüociii e, sonderlich das Vieh. Aus dieser Be-„deutung stießen die oben gesetzten alle. Das Hüten des„Viehes, geschiehet um des Nahrens willen, daher heißt,,es auch slere. Was man nähren will, halt man in Ach-tung und Sorge.,,
Die anderen Bedeutungen des Wortes erhalten, ha-ben ebenfalls einen guten Sinn. Bei jeden erhalten, beiEhren erhalten, ein Haus im Stande erhalten, sichgesund erhalten, Weib und Kinder . rhalcen, u. d. in.
Mich