222 Frau. Weib. Fraulem.
überein. Es unterscheidet sich aber sogleich, durch denbesonderen Begriff, welchen es von einer vorhergegange-nen Verschliessung mit sich führet. Nur dasjenige, waszugeschlossen ist, kann aufgeschlossen werden. Dochwird dieses Wort auch »«eigentlich gebrauchet. Mankann sein Herj gegen jemand aussckliessen. Das ist,zur Erbarmung bewogen werden. Es sind einige Blu-men, welche sich des Morgens auf und des Abends wie,der zuschliessen. Hr. NAeland saget: Und jcde Blu.me schloß den holden Busen auf.
IZI. Frau. Weib. Fraulem.
i?>iese Worter kommen in so weit überein, als sie eine—Person weibliches Geschlechts anzeigen, aber siewerden sehr verschiedentlich gebrauchet.
1) Das Wort Frau, brauchet man erstlich, als einenEhrennamen, da es so viel heißet, als eine Gebiecherinn.Wie man im mannlichen Geschlechte saget: Der Herr,so saget man im weiblichen, die Frau. Man schreibet aneinen König: AllerInädlIster Herr, und an eineKöniginn: AllerInadigjteFrau. In den ZueignungS-schriften, findet man sehr gewöhnlich: Der Durchlauch-tigen, der Hochgebohrnen Frau , u. s w. Wie mansaget: Der Herr General, der Herr Geheimerath, derHerr Professor, so saget man auch: Die Frau Gene-ratinn, die Frau Geheimerathinn, die Frau Professorinn.
So heißet auch bei den römisch catholischen die Jung-frau Maria, unsere liebe Frau.
2) Zweitens, bedeutet das Wort Frau, eine Ge-bietherinn im Hause, und in diesem Verstände, wird essonderlich von den Bedienten, und von dem Gesinde ge-brauchet; welche man oft sagen Hörer: DieFnm hat esbefohlen. Ich werde es der Frau klagen. Man saget:Eine Frau muß auf ihre Mägde Acht haben, und der-gleichen. Ps. !2z, 2. Wie die Augen der Mägde, auf
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