Aufchun. Aufsthlicsseu. 221
Einen Leichnam, oder einen Körper öffnen. Man öffneteine Ader, ein Geschwür, u.s.f. Die Kricgesknechre öff-neten die Seite Christi, mit einem Speer. Bei Bela-gerungen, hat man die Redensart: Die Trencheen cff-nen. In allen diesen Redensarten, kann das WortAufmachen, nicht statt finden. Man kann nicht sa-gen: Einen K örper aufmachen, ein Geschwür aufma-chen, u. s w.
Herr Adelung dehnet also die Bedeutung diesesWortes zu weit aus, da er es durch öffnen erklaret, undsaget es werde als ein allgemeiner Auedruck dieser Hand-lung gebrauchet, welcher die Art und Weise derselben un-bestimmt läßet, indem viele Falle sind, in welchen dasWort aufmachen, nicht für die Handlung des Oeffnensgebraucher werden kann, wie aus den angeführten Bei-spielen zu sehen ist.
Aufchun, kommt größtentheils mit Aufmachenüberein, nur siehet das erste mehr aus die HandlmiIdesjenigen, welcher öffnet; Das zweite aufdie Sache,welche geö ffnet wird. Aber der Gebrauch hat noch einenbesonderen Unterschied, in gewissen Redensarten eingefüh-ret. Man sagt: Die Thore aufchun, die Thüre auf-chun , den Beutel aufchun, u. a. m. Aber nicht: EinenBrief aufchun, ein Pack aufchun, und dergleichen.Diesen Unterschied kann man vielleicht nicht anders, al6aus dem Gebrauch selber lernen.
Die Wörter «Deffnen und Aufchun, können auchzurückkehrend werden. Man saget: Der Himmel cffncresich, und der Himmel that sich auf. Die Erd? Offneresich unter se nen Füssen , und, die Erde charfchui «erseinen Züssen auf. Das Wort Aufmachen aber, fannnicht auf solche Weise gebrauchet werden. Man kannnicht sagen: Der Himmel machetc sich auf.
Aufjchilefsen, komme blos; in dem allgemeinen Be-griff, einer Oeffnung, mit den vorhergehenden Wörtern,
überein.