Teil eines Werkes 
Theil 1 (1777)
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224 Frau. Weib. Fräulein.

Michal zum N)eibe. i B. Sam. 18, 27. Salomo hatte viel lVeiber. 1 B. Kön. n, 1. Ictzo aber siehetes bei» he eine jede Frau für einen Schimpf au, wennmau s.e ein lVcib nennet.

Es sind zwar einige Redensarten , in welchem manauch jetzt noch das Wort dVcib gebrauchet, ohne es in ei-nein verächtlichen Sinne zu nehmen; So jaget man:Mann und lVelb sind eins. Gott hat Mann undN>elb erfch iffen: Es ist eine böfe Sache, wenn Mannund N)cib sich nicht vertragen. Mein solches rühretnicht nur, noch aus dem Gebrauche der Alten her, beiwelchem das Wort lVcil) gar nicht verächtlich war, son-dern man brauchet es alsdann, auch nur als eine unter-scheidende Benennung des weiblichen Geschlechts, ohneeine Absicht auf eine gewisse besondere Person haben.Wenn hingegen von gewissen Personen des andern Ge-schlechts die Rede ist, wird man sich desselben niemalsanders als mit Verachtung, oder Geringschätzung bedie-nen. Es ist allemal geringschätzend, wenn man saget:Dort sitzen die N^etber beieinander, oder wenn man voneiner Person redet, welcher man Achtung schuldig ist undsagen wollte, das N)etl).

Das Wort Frau, ist in den alten Zeiten, auch vondem männlichen Geschlechte gebrauchet worden. ^V.'.ch?ter führet aus dem LvanZ. (Zocli. den Schristorc an:Matth. 6, v. 24. Niemand kann zweien Herren dienen:I^imin-ma iriaF txvain lkMiuon, wo das Wort

/?-att/<»tt, für Herren stehet, und/6tt//c^--?nst so viel alsschalr'cn, oder dienen, von dem alten Worte Schalkein Knecht. Auch Hr. Ihre zeiget, daß/-^aOvmi.NU8, /,-a?t//»MZ ciominari geheißen. S. Di^. c!e nvm.tubll. ec acsj. ^lnetoA. 192.

Von dieser Bedeutung der Wörter srauj-», undir-iujiuon, ist in den folgenden Zeiten, das Wort Frau,auch dem weiblichen Geschlechte, in der Bedeutung einer

Gebie?