Teil eines Werkes 
Theil 1 (1777)
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22g Ueberseheii. DollmcrsciW.

Worte machen sollen, wenn wir in unserer eigenen Sprache eisWo« haben, welches uns eine ganz natürliche Herleitung dar-bietet.

Das Italiänische Wort "I'm'cimznnv, und das Französischel'niclit'Nu'm, können wel ans Dnijjnmsn entstanden seyn, wie?el<,»,i>;c im Diät, l?k>ni. vermuthet, daß aber das Wort Dc-ll-nx lschcr, ein fremdes Worc, und wie-Hr. Avelung behaupter,so viel qe'.viß seyn soll, daß es an den mor.ienlaudischen Höfen,und befind.rs an dem Türkischen , zuerst iiblich .zeworden, möch-te so leicht .u i t zu beweisen seyn. Denn wenn es gleich in kei-nen ältern Schnften vorkommt, so giebt doch dieses Noch keinevöllige Gewißheit, daß es vorher nicht ist vorhanden gewesen.

Man kann vielmehr für gewiß annehmen, daß die Deut-schen , schon bei ihrem Umgange mit den Römern, ja vielleichtschon liui>>e vorher, bei den Griechen und andern Völkern , Doll-merschcr gebrauchet haben, und es ist gar nicht glaublich, daß siedamals in ihrer Sprache, keine Benennung für solche Leute ge-habt hatten. Ob man gleich nicht behaupten kann, daß sie sichdes Ä<erres Dollmetfclier bedienet, so müssen sie dock einen ähn-lichen Ausdruck, zu Bezeichnung der Sache gehabt haben, unvdas hol>c Alterthum des Wortes Tal , machet es sehr glaublich,daß dieses in solcher Benennung zum Grunde gelegen.

Wenn man auch annehmen wollte, ja wenn es gewiß wäre,daß d ejenigen Deutschen, wclche sich an den morgcnländischen,und besonders an dem Türkischen Hofe aufgehalten, damals zuallererst das Wort Dollmetscber aufgebracht Härten, so würdedoch daraus noch nicht folgen, daß es ein fremdes Wort sey;De n> warum sollten sie nicht, ans ihrer eigenen Spracke ein Worthaben bilden können, welches wren Landsleuren verständlich ge-wesen? Und aus welchem türkischen oder morgen'ändhchen Wor-te, sollten sie da« Wort Dollmelscliccgemacht haben?

Wachters Ableitung von dem Polnischen Worte tlumstcie,ist vielmehr unwahrscheinlich, da wir sonst keine Polnische Wör»ter i-i unserer Sprache haben, welche allgemein geworden, undbis an dlc äußersten Grenzen durchaedrumien, sondern die weni-gen so etwa in den Namen einiger i>rtcr und dergleichen, vor-handen seyn möebren, bloß an den Grenzen geblieben sind.

Dcch Hr. Adelung giebt es selber zu, daß die erste Hälftedes Wortes, von b.m deutschen Tal, abstammen könne. Eswurde «lsa nur noch zu untersuchen seyn, ob denn wirklich dieCnim>. letue der l>'l?ren Hälfte, von dem Zeitworte mischen, sotmw..hr;chcinlich sey als möglich ist.

Wir