Teil eines Werkes 
Theil 1 (1777)
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Uebersetzcn. Dollmetschen. 227

Ein Dollmetscbcr, muß also nicht nur ans einerSprache in die andere, sondern auch in diejenige ükcrse?yen, welche wir versiegen, und es kann jemand, einBuch oder eine Rede qut übersehen, ohne daß er sie inAbsicht unserer vcrdoll.ners^er.

Das Wort Dollnu ljchen kommt her von dem al-ten Worte Tal, wovon im Englischen noch dasWort wie, und im Holländischen 'l'uel, zu smden ist,welches eine Rede bedeutet, und mischen. Es heißtalso gleichsam, die Rede mischen»

Anmc-rk, Die Ableitung des Wortes dollmetschen, vondem alten Worte rale, die Sprache, undmisel)<n, har Frischim XVorterVnche anaesiihret, und obgleich Hr-2loelung i;77.

sagr:sie sey so unwahrscheinlich als »»rmvqlichist, wenig«stenS in Ansehung der letzlett Hälfte des Worts, und rvaeli-»,lers Vermuthung, de> es >ius dem Polnischen ttnm?!tc7.e t,er-leitet immer noch für die wahrscheinlichste,, erkläret, so kannich ihm doch darinn nicht Beifall geben, indem mir die Frischi-sche Etymclogie, Noch überwiegende Gründe der Wahrschein-lichkeit zu haben scheinet

^Herr ASelung bemerket selbst in dem folgenden, daß dieNitdersachse'i und Dänen, einen Dollmclscker, Tolre, dieSchweden Tolk, die Isländer l'nlks, die Nüssen l'ulk, nen-nen, und Dollmetscben im Niedersächsischen kolken, verrol-ken, und im Schwedischen tolka heißt:Dieses (lagt er) sram-,,met ohne Zweifl von dem gedachten Worts Tal, die Sprache!>,ab, von welchem bei den En,:elländern noch jes-t to tulk fürsprechen üelich ist! Und es kann sey», d. die erste Halfre des Wor-j.tes Äol, auch dahingehöret.,, Ist aber dieses nicht wahrschein,lich, daß die erste Hälfte des Wortes dal'.i» gehöret, so ft!>.> ichNicht ab, warum die letzte Hälfte des Wortes, von dem Zeit-worte mischen, so unwahrsckieinlich seyn soll al-! n.^ ^l-6)

Da das Wort Tal, die Sprache, von einem so hohen Al-tertbume ist, und in so vielen, mit der deutsche» verwandenSprachen gefunden wird, so ist wohl nichts w>i!!N'ch> uilichcr,als daß die Syllbe Dol, in den Wörtern D^llmclschcn undZvollmerscher daher ihren Ursprung habe; Denn es ist gar kei-ne Ursnch, warum wir die Ableitung von einem ausländischen

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