Teil eines Werkes 
Theil 1 (1777)
Seite
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Uebersetzm. Dollmelschen. 229

Wir sagen ja gewöhnlich von einem Menstl?en, welcher imDeutschen viel lateinische oder französische Wörter und Redens,arten gebraucht, er mischet viel lan inisch oder französisch in s i-ne Reden ein; Und warum sollten die Alten, das lieblichenaus einer Sprache in die andere, nicht ein Mischen der Spra-chen, ode» Calmischen, voljmetschen iiab>n ne. neu tonn n?

Ein Sctmlcr, wclcher ein Capinel aus demE. rn> l>l> ^7^-poa verdolmetschen soll, liefet einen P>riodue aus dem L-u> i-sck n her, hernach sa,it er was dieses auf Deutsch heißt, da aufliefet er wieder Lateinisch, u. f. w. Er miscl'cr al>o .,l.ich imbeide Epochen untereinander, indem er ha ) l.'teunsch, b>lddeutsch reder. Ausgleiche Weift, gehet der Dollm^lchcr zuWerke, Er sagt uns in unserer Sprache, was ein ?i' i»0er, ineiner uns unoerständlichcn Sprache aercdet hat, >>nd !>i»ter^in-get dem Fremden, was wir in unserer Sprache gesag t Hai en,welche er nicht verstehet. So mischet er bi srant-ig zwei S'.'ra»chen untereinandcr, indem er sich bald der einen bald der an. nibedienet. Und daß aus mischen, metschen, entstanden st,wird wohl niemanden befremden, wenn man bedenket, ix.ß -uSeben diesem Worte, auch maischen, meii'chcn , und im Nie-derdeutschen mecschen, matschen gemacht worden.

Es kann auch hier die Etymoiogilche Neg»l gelten : (Z^rrnz-nics, vucslznlz, prli>5 er pvliui? ßcrmsnicis, ^iisin pereßri-is tontilms, s»nt clcrivoncllZ. Die bloße Achnlicbkeit einetWorts in zweien Sprachen, ist noch kein Beweis, daß eines » sndem anderen herkomme, und bei dem Polnischen Wort.' tk>»Mgl.-!?, würde noch zu untersuchen seyn , ob es auch ursprünglichPolnisch ist, und ob in der Polnischen Spracke, wirklich solcheStammwörttr sind, woraus diese« füglich in der Bedeutung ei-nes Dollmetsckers hat können zusammen gcsctzet werden. Daich der Polnischen Sprache nicht kundig bin, so kann ich l»e>e«nicht entscheiden; All-in wenn es auch wirklich seine Richtigkeithatte, so würde doch daraus noch nicht unwidersprecklich folgen,daß das deutsche Wort Dolmetscher davon herkomme. ?rnGegentheil würde die Ableitung aus dnn Deutschen selbst, v .1sie gleich ebenfalls nicht vollkommen überzeugend ist, dennoch im<mer einen größeren Grad der Wahrscheinlichkeit behalten. da Inunserer ganzen Sprache, sich sonst keine polnische Wörter finden,welche allgemein wären aufgenommen worden, lind die Nieder-deutschen Wörter, Tale, Tolk , tolken, vertolron, sich schonaus den ältesten Wörtern her schreiben. In dem alten Hollä' di->schen, findet sich das Wort 'I's.mstVKen für bereden, weiches

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