Teil eines Werkes 
Theil 1 (1777)
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2Z2 Ehrerbietigkeit. Ehrerbiethung. Ehrfurcht.

dem Gebrauche, noch auf der eigentlichen Bedeutungder Wörter gegründet.

Daueren hat, seiner eigentlichen Bedeutung nachweder mehr noch weniger Beziehung auf die äußerlichenSinne als dünken; Und in Ansehung des Gebrauchs,hat »^r. Adelung, mit sehr vielen Beispielen bewiesen, i beide Wörter, von den alten und neuen Schriftstel-lern, bald mit dem Dativ, bald nut dem Accusativ, so-wohl von den äußerlichen binnen, als von den Meinun-gen lind Urtheilen gebr.inchc werden.

Es kann auch diese Unterscheidung gar keinen Nutzenhaben, indem sie nicht einmal einer Zweideutigkeit vor-beuget, und man es oben so gutvcrstcher, wm:, jemandvon den äußerlichen Sinnen, das Wort vauchten, alswenn er dünken davon gebraucht.

Ob ich also gleich sonst, den Gottschedischen Unter-schied ebenfalls angenommen, so muß ich doch gestehen,daß derselbe nicht nur ungegründet, sondern auch unnö-thig sey.

>Z5- Ehrerbiethigkeit. Ehrerbiethung.

H>ie Hauptwörter, (Lubllainiva) welche sich mit der Sylbe kcic endigen, kommen von den Beiwörtern,(^jecsiivi-.) her, die ihre Endung in ig oder ich ma-chen : Und diese zeigen ein Haben an. Z. E. Ehrlichbedeutet etwas, das Ehre hat. Barmherzig, etwas,das Erbarmung hat, u. s. w. Sogar das Wort we-nig, kommt her von dem angelsächsischen V/an, einMangel, wovon im Englischen die Wörter w ^Vgntmangeln, und Wsm ein Mangel gefunden werden,und bedeutet also etwas, das einen Mangel hat.

Durch die Zusetzung der Sylbe keil zu diesen ^6je-6t>vi«, macht man davon 8ubl1gntiva abllrsHg. ZumExempel: Von Ehrlich kommt das --bür-uüum Ehr-

Ehrfurcht.

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