Teil eines Werkes 
Theil 1 (1777)
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Ehrerbietigkeit. Ehrerbiethung. Ehrfurcht. 2zz

lichkeit: Von Barmherzig, Barmherzigkeit: VonVersöhnlich, Versöhnlichkeit: Von Dienstferrig,Dienstferrigkcit: Von wenig, Wenigkeit, u.s. w.

Die Hauptwörter (Lubliantiva) auf ung, kommenvon den Zcitivöitern (ve^i-i) her, und zeigen eine Thatoder eine Handlung an. Zum Exempel von Samm-le,,, kommt Sammlung, von Achren, Achtung,Von Drohen kommt Drohung, die That des Dro.hens. Von Befragen kommt Befragung, die Thatdeö BcfragenS, u.s.f.

Da nun das Wort Ehrerbiethig, von Ehre undBieren, oder Erbieten, zusammengesetzetist, so heißt«6 so viel, als jemand zu ehren erbörig seyn. Ehrer-biethigkeir, drücket daher die Gesinnung oder Neigungeines Menschen aus, welche er hat, jemanden zu ehren.Ehrerbiethung, drücket eine Sorgfalt aus jemand aufalle mögliche Weise zu ehren, oder die That selber, daßman ihn wirklich ehret.

Ich habe viel Ehrerbierhigkeir gegen ihn, würdealso heißen, ich bin innerlich so gesinnet, daß ich ihn eh-ren will. Ich habe viel Ehrerbiethung gegen ihn, wür-de heissen: Ich beweist ihm wirklich viel Ehre, oder ichbin allezeit darauf bedacht, ihm i?ie gebührende Ehre zubeweisen.

Haman hatte keine Ehrerbiethigkeir gegen den Mar.dochai; Aber er mußte ihm doch auf Befehl des Köni-ges, Ehrerbiethung beweisen, da ervor ihm ausrufenmußte: So wird man thun, dem Manne, den der Kö-nig gerne ehren wollte. Esth. 6, ri.

Ehrfurcht, ist eine, mit Untertänigkeit und Furcht,vermischte Ehrerbierhigkeit, welche man gegen diejeni-gen hat, die weit über uns erhoben sind, oder den Mangelunserer Ehrerbierhigkeit strafen könnten.

Ehrerbierhigkeit und Ehrerbiethung, kann manauch gegen solche haben, welche dem Stande nach, niedri«

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