Teil eines Werkes 
Theil 1 (1777)
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2Z6 Arattk. Unpas. Siech.

Unpas, sagcweniger, alsZxrank, manbrauchtesnur von solchen Anstössen der Gesundheit, welche nichtviel zu bedeuien haben, und wovon man bald wieder her-gestellet wird.

Siech, wird zwar in den meisten Wörterbüchern,und sogar in einigen Provinzen mit !>rank in einerleiBedeutung genommen. Man sagt gemeiniglich ohneUnterschied, ein Siechberte, oder auch: Ein Z>ran-kendecre. Unterdessen scheinet mir doch wirklich ein Un-terschied dazwischen zu seyn. Wir nennen nehmlich einenMenschen Siech, wenn er eine auszehrende, oder lang-wierige Krankheit hat, wovon er nicht wieder befreiet wer«den kann, und die ihn endlich zu Grabe bringt. EinKrankenbette, würde also ein jegliches Lager bedeutenmüssen, worauf der Mensch, durch iraend eine Krank-heil , darnieder gelegt wird. Ein S'.echberte hingegen,besonders ein langwieriges Lager ausdrücken.

Zxranküch, giebt den Begrif, einer solchen Leibes-beschaffenhcit, welche oft allerlei Zufällen, und geringenUebeln unterworfen ist, woraus hernach Krankheitenentstehen können.

Schwächlich, wird von einem Menschen gesagt,der, wenn er gleich gegenwärtig kein Uebel empfindet,dennoch seiner schwachen Leibesbeschaffenheit wegen, zuKrankheiten geneigt ist. Es giebt den Begrif einergroßen Schwache, sowohl in den äußerlichen Gliedmassen,als in den innerlichen Theilen des Leibes.

Ein heftige« Fieber, die Pocken, Nitteln, rotheRuhr, und dergleichen, machen den Menschen krank.Husten, Schnupfen, Kopfwehe, Zahnschmerzen,», a.m.machen ihn unpas. Wer die Schwindsucht oder eineandere langwierige Krankheit in solchem hohen Gradehat, daß er nicht wieder davon befreiet werden kann,sondern nach und nach immer mehr entkräftet wird,und sich nicht anders als durch beständiges arzeneien

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