Teil eines Werkes 
Theil 1 (1777)
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Frist. Weile.

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eines Berges die Ruppe, und vielleicht ist dieses auchdas Stammwort, wovon (-'ou^e und (-'u^ola her-kommen.

141. Frist. Meile.

<^>ie Alten brauchten diese beiden Wörter bisweilen für»-^ Zeit insgemein. Sie sagten: Zu dieser Frist, zualler Frist, das ist, zu dieser Zeit, zu aller Zeit: Zu derlVeil, in der lVcil, das ist, zu der Zeit, in der Zeit.Aber in solcher Bedeutung werden sie jeho gar nicht mehrgenommen.

IeHo braucht man beide Wörter, nur von einem ge-wissen Zeitraume, und zwar wird Frist, nur von einemgegenwartigen und zukünftigen, lVeile, auch von einemvergangenen Zeiträume gesagt. Jemanden Frist geben,er hat ihm nur eine kurze Frist gegeben, er laßt ihmnoch Frist, und dergleichen, siehet aus das Zukünftige.Man kann nicht sagen: Vor einer kmzen Frist' Aberwohl, vor einer kleinen tVeile, und auch, über eine kleineN>eile.

Frist, hat allezeit eine Absicht auf etwas, das in ei-ner bestimmten Zeit, oder nach deren Verfliessung gesche-hen soll, und zwar auf eine solche Zeit, welche jemandenvon einem andern gesetzet wird. Ich gebe dir noch Frist,dich zu bedenken: Gott giebt den Menschen Frist zurBuße. Auch in der Redensart: Sich Frist auskitten,kommt es auf einen andern an, die Zeit zu sehen und zubestimmen. tVeile siehet nur bloß auf die Verfliessungeiner gewissen Zeit, ohne den Begriff mit sich zu führen,daß diefe Zeit von einem andern bestimmet w?rde. Uebereine 5Vellc kam er zu mir: Es daurete noch eine Meile:Sich tVeile nehmen.

Mit dem Worte Frist, kann man ein gewisses Zeit-maaß, Stunden, Tag, Jahr, u. s. w. verknüpfen, mitdem Worte N>eile aber nicht. Man sagt: In Monats,

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