Teil eines Werkes 
Theil 1 (1777)
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Sich besinnen. Sich entsinnen. 245

nachdenken, so können wir uns doch nicht erinnern, inwelchem Buche, oder an welchem Orte wir es gelese-- ha-ben. Ich werde mich wohl darauf besinnen, d.-.ü> ist,wenn ich einiges Nachdenken anwende, werde ich michwohl daran erinnern. So sagt man auch: Ich kannmich auf den Namen diesesManneö nicht besinnen.

Besinnen und entsinnen kommen fehr mit einanderübercin, und können in vielen Redensarten, eins für !v.Sandere gesetzet werden. So känn man' sagen: Ich be-sinne mich, dir versprochen zu haben, und auch: Ichentsinne mich, es dir versprochen zu haben: Ich dessinne mich nicht, daß ich solches gesagt hatte, iMv auch:Ich entsinne mich nicht, daß ich es gesagt hatte: Wo-ftrne ich mich recht besinne, und, woferne ich mich rechtentsinne, und dergleichen. Allein in solchen Fällen, woman einige Mühe und Nachdenken anwendet, sich etwaswieder jns Gedachmiß zu bringen, kann man nur dasWort besinnen gebrauchen. Man sagt im gemeinen Le.ben: Ich besinne mich hin und her. Besinndichnur daraus. Ich mag mich besinnen, so viel ich will,und dergleichen. Hier kann das Wort entsinnen nichtStatt finden. So kann man auch sagen: Ich habe michlange darauf besonnen, wo ich dieses gelesen hatte, end-lich entsann ich mich, daß es im Plutarch sey. Das erstebeziehet sich auf das Nachdenken, das zweite auf Er-innern.

14?. Zierde. Zierrath. Schmuck. Puy.

(Dasjenige, was zur Verschönerung einer Sache dienet, wird durch diese Wörter ausgedrück'5. Zierde aber,hat eine Beziehung ans so etwas, was der Sache selbst ei-gen ist. Zierrach gehet nur auf solche Dinge, welchevon aussen hinzu kommen, und nicht eigentlich zu der Sa-che selbst gehören. Schmuck, wird nur von demjenigengebraucht, womit man die Gestalt zu verschönern sucht,

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