Teil eines Werkes 
Theil 1 (1777)
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246 Zierde. Zierrath. Schmuck. Putz.

und Purz, ist nach dem jetzigen Gebrauch, noch einge-schränkter, man verstehet dadurch eigentlich nur gewisseKleinigkeiten, welche in dem Anzüge, und der Kleidungdes Menschen angebracht werden.

Man sagt von einer Person, Sie ist die Zierde ihresGeschlechts. Cchamhaftigkeit ist die Zierde des Frauen-zimmers. Der Barr wurde ehemals für eine Zierde de6männlichen Geschlechts gehalten, jetzo aber achtet mansol-cher Zierde nicht mehr, uud dergl.

Auf die Tafeln großer Herren, werden viele Dinge,nur zum Zltrrach aufgesetzet. Bildsaulen, angebrachtesHandwerk, Blumentöpfe, und dergl. dienen zum Zier-räch eines Pallasts.

Schmuck, wird im gemeinen Umgange mehrentheilSnur in Absicht auf das Frauenzimmer gebraucht, ob e6gleich in erhabenen Reden auch wohl von anderen Dingengesagt werden möchte, wie es denn auf solche Weise in derBibel vorkommt. Z.B. 2Chron.z.v.6. Salomo über-zog das Haus, mit edlen Steinen zum Schmuck. Ps.iio. v. z. Dein Volk wird dir williglich opfern, im heili-gen Schmuck. Sprüchw. 20. v. 29. Graue Haare istder Alten Schmuck. Zum Schmuck einer Frauens-person, gehört alles, was sie anlegt, ihreSchönheit zu er-höhen, und es wird auch, ihr Geschmeide und Iuweelcndarunter begriffen. Ierem. 2. v. zz.jVergijset doch eineJungfrau ihres Schmucks nicht. 1 Pet. z. v. z. Wel-cher Schmuck, sott niN)t auswendig seyn, mit Haar-siechten, und Gold umhängen, oder Kleider anlegen.

Man jagt daher gewöhnlicher, der kaiserliche oderkönigliche Zierrarh, als, der kaiserliche oder königlicheSchmuck, weil diese Personen, solche Dinge nicht anle-gen, ihre Schönheit zu erhöhen, sondern nur ihre Prachtund Majestät sehen zu lassen.

In so weit, wie das Wort pur; mit den andern über-«in kommt, wird es cbensallö mehrentheils von dem An-züge