Zieren. Schmücken. Putzen. Anszicren. :c. 247
zuge de6 Frauenzimmers gebraucht, und man verstehetdadurch gemeiniglich mir, Kannten, Bänder, Blumenund dergleichen Dinge, welche nach der herrschenden Modezubereiret werden. Daher heissct eine Putzmacherin,diejenige Person, welche sich mit Verfertigung solcherDinge bcschäfftiget.
144. Zieren. Schmücken, puyen. Aus-zieren. Ausschmücken. Ausputzen.
<"^b man gleich denken sollte, daß diese Zeitwörter, (ver.
^0.1) mit ihren Hauptwörtern, (Lubitgiuivid) in derBedeutung übercin kamen, so sind sie doch wirklich invie-len Stücken, davon sehr verschieden.
Zieren, wird von solchen Verschönerungen einer Sa-che gebraucht, welche bestandig sind, oder zum wenigsteneine lange Zeit bei derselben bleiben, sie mögen nun derSache selbst eigen sey!?, oder von aussen hinzu kommen.Der Bart zierer den Mann. Ein schöner Kamin zieretdie Stube. Schöne Bogengänge zieren einen Garten,diese Dinge bleiben bestandig bei derSache, welche sie ver-schönern. Tapeten und Gemählde, werden in einem Zim-mer ausgehänget, gemeiniglich in der Absicht, daß sie be-ständig, oder so lange man es bewohnet, darin bleibensollen: Daher kann man ganz wohl sagen: Tapeten oderschöne Gemählde, zieren ein Zimmer. Man verknüpfetmit dem Worte Zieren, zum wenigsten allemal den Be.griff einer langen Dauer der Verschönerungen.
Wenn aber dieses Wort zurückkehrend wird, sichZieren, so bekommt es einen ganz andern Sinn. Mansagt von einem Pferde, es zieret sich, wenn es den Kopfgut trazt, die Beine wirft, und dergl. Sagt man hcr-gegen von einem Menfchen, er zieret sich, so hat solcheseine böse Bedeutung. Es will so viel sagen: Er nimmtallerlei Gebehrden und Stellungen an, von welchen er
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zwar